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Abgaben: Deutsche zahlen wenig Steuern

Ausgabe 17/2007

Arbeitnehmer und Unternehmen zahlen in Deutschland weniger Steuern als in den meisten anderen Industrieländern. 2006 belief sich das  Steueraufkommen hierzulande nach Angaben der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) auf 21,9 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP).

Damit lag die Steuerquote in Deutschland rund 5 Prozentpunkte unter dem OECD-Durchschnitt - trotz Wirtschaftsaufschwung und entsprechender Mehreinnahmen der Finanzminister. Auch im historischen Vergleich ist die aktuelle Steuerquote niedrig: In wirtschaftlichen Boomphasen früherer Jahrzehnte ging der OECD zufolge ein deutlich größerer Teil der Wirtschaftsleistung an den Fiskus.

Auffällig sind die geringen Einnahmen aus so genannten Substanzsteuern wie Erbschaft-, Schenkung-, Vermögen- und Grundsteuern. Staatseinkünfte aus solchen Steuerarten machen in Deutschland nicht einmal ein Prozent des BIP aus. Der  Durchschnittswert  liegt mehr als doppelt so hoch.

Ein anderes Bild ergibt sich beim Blick auf die Sozialabgaben: Mit 13,7 des BIP überstiegen sie den Durchschnitt der OECD-Länder 2006 um 4,5 Prozentpunkte.

Durch die Kombination aus hohen Sozialabgaben und niedrigen Steuern werden im Ergebnis besonders die Arbeitseinkommen belastet, so die OECD-Analyse. Die Bemessungsgrenzen in der Sozialversicherung führten zudem dazu, dass hohe Einkommen prozentual geringer belastet würden. Mittlere und niedrige Einkommen tragen in Deutschland hingegen überproportional zur Finanzierung öffentlicher Aufgaben bei.

Bei der Gesamtbelastung mit Steuern und Sozialabgaben lag Deutschland mit einer Quote von 35,6 Prozent des BIP unter allen anderen großen europäischen Volkswirtschaften.

OECD, Revenue Statistics, Oktober 2007

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