Forschungsprojekt: Remote Arbeit, Stress und Gesundheit

Gesundheitsaspekte und Stressrisiko bei digitaler Kommunikation und im verteilten Arbeiten

Projektziel

Wie kann hybride Arbeit gesund, fair und zugleich gut organisiert werden? Gemeinsam mit Beschäftigten, Betriebsräten, Gewerkschaft und Unternehmen entwickelt und erprobt das Projekt konkrete Lösungen für den Arbeitsalltag – von Erreichbarkeit und digitaler Kommunikation über Meetings bis zur Zusammenarbeit in verteilten Teams.

Projektbeschreibung

Kontext

Mobile und hybride Arbeit ist zu einem festen Bestandteil der modernen Arbeitswelt geworden. Während ihre Chancen und Risiken inzwischen vergleichsweise gut erforscht sind, besteht weiterhin Bedarf an praxistauglichen Lösungen für eine gesunde und nachhaltige Gestaltung. Dies betrifft insbesondere Erreichbarkeit und Entgrenzung, Meeting- und Kommunikationskultur, die Führung verteilter Teams sowie die Verbindung von Präsenz- und mobiler Arbeit. Für Betriebsräte und Gewerkschaften stellt sich zudem die Frage, wie Beschäftigteninteressen und gesundheitliche Belange in entsprechenden betrieblichen Regelungen verankert werden können. Das Projekt setzt hier an und verbindet wissenschaftliche Erkenntnisse mit den Erfahrungen von Beschäftigten, Unternehmen, Betriebsräten und Gewerkschaften, um tragfähige Gestaltungsansätze für die betriebliche Praxis zu entwickeln.

Fragestellung

Im Zentrum des Projekts steht die Frage, wie Kommunikations-, Führungs- und Organisationspraktiken in digital gestützten und räumlich verteilten Arbeitsformen gestaltet werden können, damit Gesundheit, Beschäftigteninteressen und betriebliche Leistungsfähigkeit gleichermaßen gefördert werden. Untersucht wird zunächst, welche Situationen und Praktiken digitaler und hybrider Zusammenarbeit von Beschäftigten als belastend oder entlastend erlebt werden. Darauf aufbauend wird analysiert, welche organisationalen Rahmenbedingungen gesundheitsförderliche, faire und leistungsfähige Arbeitspraktiken begünstigen oder erschweren. Schließlich wird untersucht, welche gemeinsam mit den Praxispartnern entwickelten Maßnahmen sich im betrieblichen Alltag bewähren und unter welchen Bedingungen sich daraus übertragbare Gestaltungsprinzipien für andere betriebliche Kontexte ableiten lassen.

Untersuchungsmethoden

Das Projekt folgt einem beteiligungsorientierten Mixed-Methods-Ansatz im betrieblichen Reallabor und orientiert sich an der Action Research. Zu Beginn werden Beschäftigte zu psychosozialen Arbeitsbedingungen, digitalen Belastungen, Wohlbefinden, Erholung sowie Beteiligung, Fairness und Regelklarheit befragt. Parallel dokumentiert eine Gruppe von Beschäftigten in einer longitudinalen Diary Study möglichst unmittelbar konkrete Situationen digitaler Kommunikation und hybrider Zusammenarbeit. Die Ergebnisse werden gemeinsam mit den Praxispartnern ausgewertet und genutzt, um konkrete Verbesserungsmaßnahmen zu entwickeln und im Arbeitsalltag zu erproben. Weitere Diary-Einträge, Pulsbefragungen und Feedbackrunden begleiten deren Umsetzung. Eine erneute Befragung und qualitative Abschlussinterviews ermöglichen es, Veränderungen und Erfahrungen mit den Maßnahmen zu untersuchen. Daten aus unterschiedlichen betrieblichen Kontexten werden vergleichend ausgewertet.

Projektleitung und -bearbeitung

Projektleitung

Prof. Dr. Olivier Fuchs
Technische Hochschule Köln Campus Südstadt

Bearbeitung

Hanna Pfeiffer
Technische Hochschule Köln Campus Südstadt

Adriana Patricia Ramos Dias
Technische Hochschule Köln Campus Südstadt

Kontakt

Dr. Manuela Maschke
Hans-Böckler-Stiftung
Forschungsförderung