Forschungsprojekt: Starke Stimmen, starke Tools

Werkzeugkasten für eine effektive und selbstbewusste Mitbestimmung in der Transformation

Projektziel

Ziel des Projekts ist, Betriebsrätinnen und Betriebsräte im Maschinenbau im Münsterland im Rahmen eines partizipativen Forschungsansatzes gezielt dabei zu stärken, den mit der Transformation verbundenen Strukturwandel durch mitbestimmte strategische Personalplanung, die Gestaltung neuer Tätigkeitsprofile und die vorausschauende Qualifizierung der Beschäftigten aktiv zu begleiten.

Projektbeschreibung

Kontext

Die Transformation der Industrie in Deutschland führt zu tiefgreifenden Veränderungen von Produktion, Beschäftigung und Tätigkeitsprofilen, jedoch nicht zu einem durchgängigen Beschäftigungsabbau. Zwar geht die Beschäftigung in Teilen der Automobilindustrie, des metallverarbeitenden Gewerbes und des Maschinenbaus zurück; in anderen, technologieintensiven Bereichen entstehen demgegenüber neue Arbeitsplätze. Zugleich findet ein Kompetenzwandel statt: klassische Fertigungstätigkeiten verlieren an Bedeutung, während Kompetenzen für digitale und automatisierte Prozesse wichtiger werden. Dies macht es notwendig, neue Fachkräfte auszubilden oder zu rekrutieren, vor allem aber die bestehende Belegschaft vorausschauend zu qualifizieren. Die skizzierten Herausforderungen betreffen zentrale Felder der betrieblichen Interessenvertretung. Daher gilt es, die Kompetenzen von Betriebsrätinnen und Betriebsräten gezielt zu stärken, damit sie den Transformationsprozess kompetent mitgestalten können.

Fragestellung

Im Rahmen des Projektes wird untersucht, wie Betriebsrätinnen und Betriebsräte Fachkräftebedarfe und -engpässe wahrnehmen, mit welchen Daten und Vergleichsmaßstäben sie arbeiten und wie dies die Auswahl von Maßnahmen zur Fachkräftesicherung und -gewinnung beeinflusst. Das Projekt gliedert sich in zwei Teile. Im ersten Teil wird analysiert, (1) wie Fachkräfteengpässe auf Betriebsebene konstruiert werden, (2) welche Daten und Vergleichsmaßstäbe dazu genutzt werden, (3) welche Informationen fehlen und (4) welche Maßnahmen eingesetzt werden. Der zweite Teil untersucht den Informationsbedarf von Betriebsrätinnen und Betriebsräten; im Vordergrund stehen die Fragen, (1) welche (über)regionalen Kennzahlen für die betriebliche Ebene nutzenbringend sind, (2) in welcher Form Daten aufbereitet sein müssen, um in der Mitbestimmungspraxis genutzt werden zu können, und (3) wie Maßnahmen zur Bewältigung von Fachkräfteengpässen zugeschnitten sein müssen, damit sie betrieblich anschlussfähig sind.

Untersuchungsmethoden

Das partizipative Forschungsvorhaben kombiniert leitfadengestützte Expert:inneninterviews, einen Co-Creation Workshop sowie eine auf die betriebliche Mitbestimmung zugeschnittene Aufbereitung vorhandener Arbeitsmarkt- und Berufsstrukturdaten. Durch die Interviews mit Betriebs:rätinnen aus unterschiedlichen Geschäftsfeldern des münsterländischen Maschinenbaus wird erforscht, wie Fachkräfteengpässe, Kompetenzverschiebungen und Veränderungen von Berufs- und Tätigkeitsprofilen im Betrieb wahrgenommen und bewertet werden. Im Co-Creation Workshop werden die arbeitsmarkt- und berufsstrukturellen Kennziffern identifiziert, die für eine mitbestimmungsorientierte Personal und Qualifikationsplanung relevant sind. Auf dieser Basis werden die Daten zu übersichtlichen, nutzbaren Entscheidungs- und Argumentationshilfen (z.B. Kennzahlenblätter, Vergleichsdarstellungen) aufbereitet und mit den Praxispartner:innen rückgekoppelt. Ziel ist ein praxisnaher Werkzeugkasten für die Betriebsratsarbeit.

Projektleitung und -bearbeitung

Projektleitung

Dr. Andreas Jansen
Universität Duisburg-Essen Institut Arbeit und Qualifikation IAQ

Bearbeitung

Frederik Parton
Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung

Kooperationspartner

Volker Nicolai-Koß
DGB Region Münsterland

Marc Schietinger
IG Metall IG Metall Bezirksleitung Nordrhein-Westfalen

Dr. Jörg Weingarten
DGB Deutscher Gewerkschaftsbund Bezirk Nordrhein-Westfalen

Kontakt

Dr. Manuela Maschke
Hans-Böckler-Stiftung
Forschungsförderung