Projektbeschreibung
Kontext
Geschäftsmodellinnovationen (GMI) nehmen hinsichtlich Anzahl, Geschwindigkeit und Komplexität rasant zu. Es gibt bislang nur geringe Erfahrungswerte und kaum Mitbestimmungspraxis in Bezug auf strategische Managemententscheidungen. Betriebsräte benötigen daher praxistaugliche Instrumente, um ihre Schutz- und Gestaltungsfunktion in diesem hochdynamischen Umfeld wahrnehmen zu können. Welche Möglichkeiten der Mitbestimmung bei Geschäftsmodellinnovationen sind realistisch? Es gibt zudem keine strategischen Handreichungen für Betriebsräte.
Das Ziel ist, Mitbestimmungsakteure in die Lage zu versetzen, GMI und deren Muster frühzeitig zu dechiffrieren sowie die Folgen für Arbeitsorganisation, Qualifikationsprofile und Beschäftigung abzuschätzen. Dadurch können Gestaltungsoptionen entwickelt werden, statt lediglich auf Managementscheidungen zu reagieren, wenn wesentliche Entscheidungen schon gefällt sind.
Fragestellung
Wie können Betriebsräte strategisch mit Geschäftsmodellinnovationen so umgehen, dass sie aussichtsreiche Innovationen begünstigen, dabei ihre Folgen im Sinne guter Arbeit prägen und zudem die eigene Legitimation und Handlungsmacht als Betriebsräte stärken?
Untersuchungsmethoden
Die Methodik basiert auf dem Ansatz der wissenschaftsgestützten Transferforschung und vollzieht sich in einem rekursiven, vierstufigen Prozess:
1. Kick-off & Bedarfsanalyse: Zu Projektbeginn werden gemeinsam mit dem kooperierenden Partner-Betriebsrat die drängendsten betrieblichen GMI-Fragestellungen definiert und priorisiert.
2. Entwicklungsphase: In dieser Phase erfolgt die Ausarbeitung der Kernprodukte: Ein praxisorientierter Leitfaden sowie ein modulares Schulungskonzept. Der Leitfaden fokussiert auf die Dechiffrierung von GMI-Mustern, die Folgenabschätzung für Arbeitsprozesse und Skills sowie die Aufzeigung strategischer Handlungsoptionen für die Interessenvertretung.
3. Praxis-Check: Das entwickelte Schulungskonzept wird unmittelbar mit dem Partnerbetrieb im Rahmen eines Workshops pilotiert.
4. Finalisierung: Abschließend werden die Ergebnisse systematisch aufbereitet, um sie für die gewerkschaftliche Bildungsarbeit als skalierbares Schulungsformat nutzbar zu machen.