Forschungsprojekt: Beteiligungsorientierte KVP-Organisation

Projektziel

Wie lassen sich Effizienzsteigerung und Mitbestimmung in KMU gemeinsam gestalten? Im Projekt entwickelt das Fraunhofer IAO mit der DODUCO Technical Solutions GmbH mit Unterstützung der IG Metall Heidelberg eine beteiligungsorientierte Organisation des kontinuierlichen Verbesserungsprozesses (KVP) für KMU. Die Erprobung erfolgt anhand von zwei konkreten Verbesserungsprojekten.

Projektbeschreibung

Kontext

Produktionsunternehmen in Deutschland stehen durch internationalen Wettbewerb, Digitalisierung, Energie- und Ressourceneffizienzanforderungen sowie Fachkräftemangel unter hohem Transformationsdruck. Effizienz wird dabei zunehmend zum gemeinsamen Gestaltungsfeld von Management und Mitbestimmung. Insbesondere KMU verfügen häufig nicht über etablierte KVP-Strukturen, standardisierte Prozesse und klare Verantwortlichkeiten. Auch bei DODUCO erschweren Investitionsstau, manuelle Abläufe, fragmentierte IT-Systeme und reaktive Entscheidungen eine systematische Optimierung. Gleichzeitig ist die Rolle des Betriebsrats in Effizienz- und KVP-Prozessen oft nicht klar definiert. Das Projekt setzt hier an und versteht Effizienzsteigerung als sozialpartnerschaftlichen Entwicklungsprozess, der die Ressourcen eines KMU berücksichtigt und die Beteiligung der Beschäftigten stärkt.

Fragestellung

Im Mittelpunkt des Projekts stehen folgende Fragestellungen:

- Wie kann eine KVP-Organisation ausgestaltet werden, die den Ressourcenbedingungen eines KMU gerecht wird und gleichzeitig Effizienzpotenziale entlang des Wertstroms systematisch erschließt?

Wie können Strukturen, Prozesse und Governance-Regeln gestaltet werden, damit Verbesserungsvorschläge transparent bewertet, priorisiert, verfolgt und umgesetzt werden?

- Wie lässt sich die Rolle des Betriebsrats in Effizienz- und KVP-Projekten frühzeitig und zielgerichtet verankern?

- Welche Mitwirkungs- und Mitbestimmungsfelder ergeben sich für den Betriebsrat im Kontext von KVP-Maßnahmen zur Effizienzsteigerung?

Die entwickelten Ansätze werden exemplarisch anhand einer technischen und einer organisatorischen Maßnahme erprobt: der Optimierung des Shopfloor-Managements sowie der Verkürzung von Rüstzeiten.

Untersuchungsmethoden

Die Projektbearbeitung erfolgt in einem partizipativen Ansatz unter Einbindung von Beschäftigten, Betriebsrat, Geschäftsleitung, IG Metall und dem Fraunhofer IAO. Ergänzend werden Interviews sowie Shopfloor-Begehungen durchgeführt, um den Ist-Zustand der Organisation, Prozesse und Abläufe zu erfassen.

Zur Weiterentwicklung des Shopfloor-Managements wird zunächst ein gemeinsames Zielbild entwickelt. Darauf aufbauend werden geeignete Strukturen, Routinen und Instrumente konzipiert, schrittweise eingeführt sowie im betrieblichen Alltag erprobt und weiterentwickelt.

Für die Optimierung der Rüstprozesse werden die bestehenden Abläufe zunächst systematisch aufgenommen und analysiert. Anschließend werden Verbesserungspotenziale identifiziert, Tätigkeiten neu strukturiert und Parallelisierungsmöglichkeiten genutzt, um Rüstzeiten zu reduzieren.

Projektleitung und -bearbeitung

Projektleitung

Joachim Lentes
Fraunhofer-Institut Arbeitswirtschaft und Orga IAO

Bearbeitung

Stefanie Findeisen
Fraunhofer-Institut Arbeitswirtschaft und Orga IAO

Oliver Scholtz
Fraunhofer-Institut Arbeitswirtschaft und Orga IAO

Kooperationspartner

Heiko Maßfeller
IG Metall

Kontakt

Michael Kühlen
Hans-Böckler-Stiftung
Forschungsförderung