Projektbeschreibung
Kontext
Die nachhaltige Transformation der Arbeitswelt ist zentral für die Bewältigung der Klimakrise. Betriebe spielen als Umsetzungsorte und soziale Bezugspunkte eine Schlüsselrolle, Beschäftigte sind als Veränderungstreibende mit ihrem Erfahrungswissen unverzichtbar. Gewerkschaftliche Bildungsangebote sensibilisieren Beschäftigte, doch die praktische Umsetzung im Betrieb fehlt häufig. Die kritische Phase der Aneignung, Erprobung und Umsetzung neuer Handlungsmuster bleibt unbegleitet, trotz vorhandener Motivation und Veränderungsbereitschaft. Das Projekt setzt an dieser Lücke an. Es verbindet Bildungs- und Kommunikationsforschung mit partizipativer Aktionsforschung, um Bildungsurlaube mit nachhaltiger Umsetzung zu verknüpfen. Ziel ist die Entwicklung und Begleitung betrieblicher Praxisprojekte, um den Wissenstransfer in betriebliche Handlungskompetenz zu verbessern und Bildungsformate praxisnah zu erweitern.
Fragestellung
Das Projekt verfolgt das Ziel, exemplarisch zu erforschen und praktisch zu erproben, wie Beschäftigte während und nach ihrem Bildungsurlaub systematisch unterstützt werden können, damit sie eigenständig betriebliche Transformationsprojekte initiieren, umsetzen und dauerhaft in ihren Arbeitsalltag integrieren. Im Zentrum steht die Frage: Welche Formen von Austausch, Begleitung und Unterstützung benötigen Beschäftigte, um Wissen aus der Bildung in konkrete betriebliche Handlungen zu überführen?
Das Vorhaben betrachtet Beschäftigte dabei nicht als passive Lernende, sondern als aktive Gestaltende ihres Transformationsprozesses und untersucht, wie partizipative Begleitformate dazu beitragen können, bestehende Barrieren bei der Umsetzung zu überwinden und nachhaltige Veränderungen zu fördern. So soll ein tieferes Verständnis für Unterstützungsmöglichkeiten gewonnen werden, die die Bildungsarbeit wirkungsvoll ergänzen und deren Wirksamkeit erhöhen.
Untersuchungsmethoden
Das Projekt nutzt ein interdisziplinäres, qualitativ ausgerichtetes Forschungsdesign, das Bildungs- und Kommunikationsforschung mit partizipativer Aktionsforschung verbindet. Ausgangspunkt sind Bildungsseminare, die aus transformativer Bildungsperspektive begleitet werden. Interviews mit Bildungsreferent*innen, Entwickelnden und Teilnehmenden eröffnen Einblicke in Motivation, Aneignung und Umsetzungsbarrieren. Zentral ist die partizipative Aktionsforschung, bei der Beschäftigte als aktive Gestaltende ihrer betrieblichen Praxisprojekte agieren. Diese werden während des Forschungszeitraums iterativ begleitet, reflektiert und angepasst. Die Praxisprojekte werden durch eine Design-Case-Study dokumentiert, um Gelingensbedingungen, Herausforderungen und Erfolgsfaktoren zu analysieren. So verbindet das Vorgehen Feldforschung, partizipative Praxisbegleitung und qualitative Analyse, um praxisnahe Erkenntnisse zu gewinnen und Projekte aus Bildungsurlauben anzustoßen.