Forschungsprojekt: Weiterbildungsmentoren*innen in der Chemischen Industrie 2.0

Weiterbildungsmentoren*innen in der Chemischen Industrie 2.0 – Innovative Konzepte der betrieblichen Weiterbildung

Projektziel

Das Projekt erforscht die Potenziale partizipativer Weiterbildungsstrukturen zur Bewältigung aktueller Transformationsanforderungen. Aufbauend auf einer Pilotphase bei Merck KGaA wird das Mentor*innenmodell wissenschaftlich begleitet und weiterentwickelt, um Lernbarrieren abzubauen und die Weiterbildungsbeteiligung nachhaltig zu fördern.

Projektbeschreibung

Kontext

Die Arbeitswelt und damit auch die Merck KGaA befinden sich in einem tiefgreifenden Transformationsprozess, geprägt durch Digitalisierung, KI, demografischen Wandel und neue Qualifikationsanforderungen. Im Unternehmen zeigt sich, dass betriebliche Weiterbildung häufig nicht alle Beschäftigtengruppen erreicht und nur teilweise an die Arbeitsrealität anschließt. Hier setzt das Projekt der Weiterbildungsmentor*innen an, das bereits in einer Pilotphase erprobt wurde. Zwölf ausgebildete Mentor*innen haben erste Erfahrungen in der Identifikation von Lernbedarfen und der Unterstützung von Beschäftigten gesammelt. Im Projekt soll das Modell systematisch erweitert, wissenschaftlich begleitet und stärker in betriebliche Strukturen integriert werden. Ziel ist es, Weiterbildung partizipativer zu gestalten, Beschäftigte zu stärken und die Weiterbildungsbeteiligung nachhaltig zu erhöhen. Dabei werden Betriebsrat, Vertrauensleute, Personalentwicklung und wissenschaftliche Partner eng eingebunden.

Fragestellung

Leitende Fragestellungen der Fallstudie sind:

• Welche Wirkmechanismen führen zur Steigerung der Weiterbildungsbeteiligung?

• Welche strukturellen Faktoren begünstigen oder behindern die Arbeit von Weiterbildungsmentor*innen?

• Wie kann deren Rolle langfristig in die betriebliche Organisation integriert werden?

• Welche Ausdifferenzierungen sind möglich und sinnvoll?

• Wie können Mitbestimmungsakteure gestärkt und in Fragen der betrieblichen Weiterbildung strategisch unterstützt werden?

Zudem soll forschungsbasiert herausgearbeitet werden wie Erfahrungen und Entwicklungen bei der Merck KGaA auf andere Unternehmen transferiert werden können und welche Kooperationen zwischen Sozialpartner, Personalentwicklung und Mitbestimmungsakteuren bei der Gestaltung der Transformation sich modellhaft bewähren.

Untersuchungsmethoden

Das Vorhaben folgt als Einzelfallstudie einem partizipativen Mixed-Methods-Design im Sinne eines Design-Based-Research-Ansatzes. Es kombiniert qualitative und quantitative Verfahren wie leitfadengestützte Interviews, Fokusgruppen, teilnehmende Beobachtung, Dokumentenanalysen sowie standardisierte Befragungen. Untersucht werden sowohl die bereits aktiven als auch neu qualifizierten Weiterbildungsmentor*innen aus unterschiedlichen Unternehmensbereichen. Die Forschung erfolgt iterativ in enger Zusammenarbeit mit betrieblichen Akteuren wie Betriebsrat und Personalentwicklung. Die Ergebnisse werden in Workshops reflektiert und direkt in die Praxis zurückgespielt, um einen kontinuierlichen Lern- und Entwicklungsprozess zu gewährleisten.

Projektleitung und -bearbeitung

Projektleitung

Prof. Dr. Andreas Diettrich
jibb Jenaer Institut für Berufsbildungsforschung & -beratung e.V.

Bearbeitung

Mara Fausten
Universität Rostock Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät

Kooperationspartner

Michael Reinhart
IGBCE Bezirk Darmstadt

Mathias Voigt
IGBCE Bezirk Darmstadt

Kontakt

Dr. Manuela Maschke
Hans-Böckler-Stiftung
Forschungsförderung