Projektbeschreibung
Kontext
Untersucht werden betriebliche Auswirkungen der sozial-ökologischen Transformation in der Bauwirtschaft. Es entstehen praxisnahe Ansätze für eine nachhaltige und mitarbeiterorientierte Arbeitsgestaltung. Im Fokus stehen die Effekte von Nachhaltigkeitsanforderungen, Fachkräftemangel und wirtschaftlichem Druck auf Arbeitsprozesse, Beschäftigte und Führungskulturen sowie die Frage, wie soziale, ökologische und ökonomische Ziele in Einklang gebracht werden können. Ausgangspunkt ist eine wachsende Lücke zwischen politischen Zielen und betrieblicher Realität: In Unternehmen fehlen Strategien zur Integration von Nachhaltigkeit, während steigende Anforderungen zu Überlastung, Fluktuation und kulturellen Spannungen führen. Bestehende Konzepte greifen häufig zu kurz.
Der Ansatz verbindet arbeitssoziologische Forschung mit branchenspezifischem Know-how. Im Zentrum stehen die Erfahrungen, Belastungen und Handlungsspielräume der Beschäftigten sowie deren Beiträge zu einer besseren Arbeitswelt.
Fragestellung
Die folgenden Fragekomplexe strukturieren das Vorgehen im Projekt:
Transformationsanforderungen und betriebliche Strategien:
Welche Bedeutung haben Nachhaltigkeitsanforderungen, Fachkräftemangel und wirtschaftlicher Druck für die strategische Ausrichtung von Unternehmen in der Baubranche? Welche Ziele verfolgen Unternehmensleitungen und betriebliche Akteur*innen im Umgang mit diesen Veränderungen und wie werden diese gesteuert?
Arbeitsorganisation und Arbeitsbedingungen:
Welche Veränderungen zeigen sich in Arbeitsprozessen, Arbeitsorganisation und Qualifikationsanforderungen? Welche Auswirkungen ergeben sich für Arbeitsbelastung, Gesundheit, Motivation, Zusammenarbeit und Verbleib im Unternehmen?
Führung, Mitbestimmung und Unternehmenskultur:
Welche Rolle spielen Führungskräfte, betriebliche Interessenvertretungen und Beteiligungsformate bei der Gestaltung der Transformation?
Untersuchungsmethoden
Das Projekt folgt einem qualitativen, explorativen Forschungsansatz zur Analyse betrieblicher Transformationsprozesse in der Bauwirtschaft unter realen Arbeitsbedingungen. Ziel ist, zentrale Spannungsfelder, Belastungsfaktoren und exemplarische Lösungsansätze zu identifizieren und praxisnahe Handlungsempfehlungen abzuleiten. Das Vorhaben ist als impulsgebende Prozessbegleitung konzipiert und legt die Grundlage für vertiefende Folgeprojekte.
Die Umsetzung erfolgt in vier Phasen: (1) Situationsanalyse und Sampling durch Auswahl von Partnerbetrieben und Entwicklung der Erhebungsinstrumente. (2) Datenerhebung mittels leitfadengestützter Interviews mit Führungskräften, Beschäftigten, Auszubildenden und Interessenvertretungen sowie ergänzenden Fokusgruppen. (3) Qualitative Inhaltsanalyse, Validierung der Ergebnisse in Transferworkshops und gemeinsame Reflexion mit den Betrieben. (4) Ergebnisaufbereitung in Form von Praxisdokumentation, Handreichung und digitalen Transferformaten.