Forschungsprojekt: Bildungsurlaub für Nachhaltigkeit

Konzeption einer Blaupause für Bildungsurlaube für soziale und ökologische Nachhaltigkeit

Projektziel

Ziel des Projekts ist die Entwicklung eines übertragbaren Bildungskonzepts für einen fünftägigen Bildungsurlaub, der Mitbestimmungsakteure befähigt, den sozial-ökologischen Wandel im Sinne der Beschäftigten aktiv mitzugestalten, Ängste abzubauen und Klimaschutz als Chance für gute Arbeit und Mitbestimmung zu begreifen.

Projektbeschreibung

Kontext

Der Klimawandel wirkt direkt in die Arbeitswelt hinein: Produktionsweisen verändern sich, neue Anforderungen entstehen, Arbeitsplätze wandeln sich oder geraten unter Druck. Betriebs- und Personalräte stehen vor der Aufgabe, diese Entwicklungen im Sinne der Beschäftigten mitzugestalten. Gleichzeitig ist Klimaschutz in vielen Betrieben mit Unsicherheit, Überforderung oder Abwehr verbunden und bleibt oft abstrakt. Klassische Bildungsangebote greifen diese Spannungen kaum auf und bieten nicht immer Raum für persönliche Auseinandersetzung, Erfahrung und Austausch. Es fehlt an Bildungsformaten, die wissenschaftliche Erkenntnisse mit Erfahrungswissen, konkreten betrieblichen Fragen und Begegnungen zwischen Gewerkschaften und Klimabewegung verbinden. Das Projekt setzt hier an und entwickelt ein Bildungskonzept, das Klimaschutz für Mitbestimmungsakteure erfahrbar, alltagsrelevant und gestaltbar macht.

Fragestellung

Das Projekt geht der Frage nach, wie ein praxisnahes, übertragbares Bildungskonzept für einen fünftägigen Bildungsurlaub gestaltet sein muss, damit Mitbestimmungsakteure den sozial-ökologischen Wandel im Betrieb aktiv, sozial gerecht und handlungsorientiert mitgestalten können. Wie muss ein Konzept gestaltet sein, das Ängste und Vorbehalte gegenüber Klimaschutz ernst nimmt, persönliche Zugänge ermöglicht und konkrete betriebliche Handlungsperspektiven eröffnet. Zudem wird gefragt, wie Erfahrungslernen, Begegnungen mit Klimaaktiven und ko-kreative Formate dazu genutzt werden können, Klimaschutz als gestaltbare Aufgabe und Chance für gute Arbeit und Mitbestimmung zu begreifen und in die betriebliche Praxis zu übertragen.

Untersuchungsmethoden

Grundlage für die Entwicklung des Bildungskonzeptes ist ein partizipativer Entwicklungsprozess in Zusammenarbeit mit Bildungsstätten. In vorbereitenden Gesprächen mit Bildungsreferent*innen und Mitbestimmungsakteuren werden Zielgruppen, Lernbedarfe und bestehende Bildungserfahrungen einbezogen. Basierend darauf wird ein Konzept erarbeitet, das wissenschaftliche Impulse zur sozial-ökologischen Transformation mit erfahrungsbasierten Lernformen, ko-kreativen Methoden, Exkursionen und persönlichen Begegnungen mit Klimaaktiven verbindet. Diese Elemente ermöglichen Perspektivwechsel, stärken Vertrauen in die eigene Gestaltungsfähigkeit und unterstützen die Entwicklung konkreter betrieblicher Handlungsideen. Das Ergebnis ist ein modular aufgebautes Bildungskonzept mit klar definierten Zielen, Inhalten, Methoden und Anwendungshinweisen, das für verschiedene Branchen angepasst und in der Bildungspraxis eingesetzt werden kann.

Projektleitung und -bearbeitung

Projektleitung

Saida Ressel
NELA. Next Economy Lab UG Ökologische Gewerkschaftspolitik/ Just Transition

Kooperationspartner

Richard Rohnert
IG Metall Bildungszentrum Sprockhövel
Abt. Tarifpolitik

Birgit Haverkemper
ver.di Institut für Bildung, Medien und Kunst

Kontakt

Dr. Manuela Maschke
Hans-Böckler-Stiftung
Forschungsförderung