Forschungsprojekt: New Work & Desk-Sharing an der Universität

Gute Arbeit oder Sparmaßnahme? New Work und Desk-Sharing an der Universität

Projektziel

Das Projekt begleitet eine Teilphase eines an New Work orientierten Reorganisationsprozesses, mit Fokus auf die Einführung von Desksharing in drei Pilotabteilungen an einer Universität in Baden-Württemberg. Ziel ist, Chancen und Risiken des Umbauprozesses zu beleuchten und gemeinsam mit den betrieblichen Akteuren Handlungsempfehlungen für eine beteiligungsorientierte Ausgestaltung zu entwickeln.

Projektbeschreibung

Kontext

Das Konzept New Work gewinnt auch an Universitäten zunehmend an Bedeutung. Pandemiebedingt wurden bei Digitalisierung und neuen Formen des Zusammenarbeitens Tatsachen geschaffen, die im Nachgang arbeitsorganisatorisch einzubetten sind. Zugleich lassen wachsende Herausforderungen wie Raumengpässe, steigender Kostendruck, infrastrukturelle Unterversorgung, das Konkurrieren um (hoch-)qualifizierte Mitarbeitende es als notwendig erscheinen, neue Arbeitsformen zu erproben. Damit verbunden sind Effizienzgewinne, Wünsche von Beschäftigten nach Homeoffice oder selbstbestimmtem Arbeiten sowie Innovationsfähigkeit und Attraktivität des Arbeitgebers. New Work hat das Potenzial, Interessen des Arbeitgebers zu dienen und die Arbeitsrealität von Beschäftigten zu verbessern. Wesentlich für die Realisierung dieses Potenzials dürfte nicht nur die konkrete Ausgestaltung sein, sondern auch die Vorgehensweise bei der Implementierung des Konzepts vor Ort.

Fragestellung

New Work ist eng mit Raumkonzepten verknüpft. Neben der digitalen Infrastruktur gelten die Schaffung von Coworking-Spaces und Desksharing als wichtige Voraussetzungen für neue kollaborative Arbeitsformen. Unser Projekt begleitet eine Universität bei der Einführung von Desksharing in drei Pilotbereichen und fragt:

1) Ist die Einführung von Desksharing in weitreichendere Reorganisationsprozesse eingebettet? Werden dabei Unterschiede der Pilotbereiche berücksichtigt?

2) Welche Positionen nehmen die betrieblichen Akteure, insbesondere die Beschäftigten und Führungskräfte, zu Desksharing und New Work ein? Welche Ziele werden verfolgt und mit welchen Konsequenzen für Arbeitsbedingungen, Effizienz und Leistungsdruck, (mentale) Gesundheit und kollegialer Einbindung wird gerechnet?

3) Inwieweit können Beschäftigte und ihre Interessenvertretungen die Veränderungen mitgestalten? Welche Faktoren begünstigen aus ihrer Sicht eine erfolgreiche Implementierung, wo werden Hemmnisse gesehen?

Untersuchungsmethoden

Das Forschungsvorhaben folgt einem überwiegend qualitativen und partizipativ angelegten methodischen Design, das darauf ausgerichtet ist, Ambivalenzen und Spannungsverhältnisse innerhalb organisationaler Transformationsprozesse systematisch zu erfassen und produktiv nutzbar zu machen. Geplant sind 4-6 Experteninterviews mit Vertreter*innen des Personalrats, der Stabsstelle für Digitalisierung und Changemanagement und der Universitätsleitung sowie jeweils 4–5 Interviews mit Beschäftigten und Führungskräften aus den drei Pilotbereichen. Ergänzend sollen alle Beschäftigten der Pilotbereiche schriftlich zu ihren seitherigen Erfahrungen mit der Einführung von New Work und Desksharing befragt und einschlägige Dokumente ausgewertet werden. Im Rahmen von zwei Workshops sollen schließlich gemeinsam mit allen interessierten Akteuren Befunde evaluiert und Maßnahmen zur Weiterentwicklung des Reorganisationsprozesses erarbeitet werden.

Projektleitung und -bearbeitung

Projektleitung

Setareh Radmanesch
Universität Tübingen Wirtschafts- und sozialwissenschaftliche Fakultät
Kooperationsstelle Wissenschaft und Arbeitswelt

Prof. Dr. Josef Schmid
Universität Tübingen Wirtschafts- und sozialwissenschaftliche Fakultät
F.A.T.K.

Bearbeitung

Andrea Müller
Forschungsinstitut für Arbeit, Technik und Kultur e.V. (FATK) a.d. Universität Tübingen

Kooperationspartner

Benjamin Stein
ver.di Bezirk Fils-Neckar-Alb

Kontakt

Dr. Manuela Maschke
Hans-Böckler-Stiftung
Forschungsförderung