Forschungsprojekt: Die grüne Wasserstofftransformation in Niedersachsen

Die grüne Wasserstofftransformation in Niedersachsen – Wirkung und Erfolgsfaktoren

Projektziel

Niedersachsen steht an der Schwelle zu einer Wasserstoffwirtschaft, die nicht nur die regionale Wirtschaft transformieren, sondern auch einen bedeutenden Beitrag zur Erreichung von Klimaneutralität leisten kann. In diesem Projekt wurden die sozio-ökonomischen Potenziale und Gelingensbedingungen für den Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft am Beispiel von Niedersachsen untersucht.

Veröffentlichungen

Mönnig, Anke, Johannes Grabbe, Christoph Peters, Carmen Thamm und Kristin Reimers, 2025. Zwischenbericht: Die grüne Wasserstofftransformation in Niedersachsen. Wirkung und Erfolgsfaktoren, Osnabrück: Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung, 8 Seiten.

Mönnig, Anke, 2025. Studie: Die grüne Wasserstoff-Transformation in Niedersachsen, Osnabrück: Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung, 42 Seiten.

Drügemöller, Lotta, 2025. Wasserstoff treibt Wirtschaft an. Sollte Niedersachsen auf grünen Wasserstoff setzen? Eine DGB-Studie geht davon aus, dass der Arbeitsmarkt leidet, wenn das nicht passiert, Die taz, 23.09.2025, [online] https://taz.de/DGB-Studie-zur-Energiewende/!6111481/, zuletzt abgerufen am 01.12.2025.

Windkraft-Journal, 2025. Neue Studie: Niedersachsen steht mit Wasserstoff besser da. Niedersachsen ist ein bedeutender Industriestandort, Windkraft-Journal, , [online] https://www.windkraft-journal.de/2025/09/23/neue-studie-niedersachsen-steht-mit-wasserstoff-besser-da/216754, zuletzt abgerufen am 01.12.2025.

Projektbeschreibung

Kontext

In Niedersachsen wird der Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft intensiv verfolgt. Für den erfolgreichen Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft ist entscheidend, dass Infrastrukturprojekte entlang der gesamten Wasserstoffwertschöpfungskette abgedeckt und realisiert werden. Niedersachsen bietet hierfür aufgrund der Verfügbarkeiten an erneuerbaren Energien, der Importmöglichkeiten durch Häfen und der Speichermöglichkeiten in Form von Kavernen sehr gute Standortbedingungen. Die Studie zeigt auf, wie stark Niedersachsen von einem Wasserstoffhochlauf profitieren könnte und welche Gelingensbedingungen dafür gelten müssten.

Fragestellung

Der Wasserstoffhochlauf kann dazu beitragen, dass auch in einer defossilen Welt, ein Großteil der industriellen Wertschöpfung gehalten werden kann. Ziel dieser Studie war die Effekte auf Wertschöpfung und Arbeitsmarkt in Niedersachsen und seinen Kreisen bei erfolgreicher Etablierung einer wasserstoffbasierten Industrie zu quantifizieren. Aufbauend auf den quantitativen Ergebnissen konnten Erfolgsfaktoren identifiziert werden, die für die erfolgreiche Etablierung einer Wasserstoffwirtschaft gelten müssen. Die Ergebnisse unterstützen die Transformationsprozesse vor Ort und bieten Argumente für den Transformationsprozess.

Untersuchungsmethoden

Für die Durchführung der Studie war die Verwendung eines ökonomischen Rechenmodell vorgesehen, welches die Wirtschaftsstruktur Niedersachsens detailliert erfasst, Prognosen und Szenarien erstellt und bis auf Kreisebene heruntergebrochen werden kann. Angewendet wurde das QuBe-Modellsystem QINFORGE zusätzlich seiner regionalen Erweiterung mit dem Modell QMORE. Das Regionalmodell QMORE diente dazu, die bundesweiten Effekte in einem konsistenten Rahmen und unter Berücksichtigung von regionalspezifischen Besonderheiten für Niedersachsen herunterzubrechen. Ein Mehrwert bestand darin, dass die ökonomische Verflechtung der Bundesländer untereinander berücksichtigt wird. Beide Modelle wurden hintereinandergeschaltet. Mittels Szenariotechnik konnten die ökonomischen Auswirkungen einer niedersächsischen Wasserstofftransformation quantifiziert werden. Es wurden für die Jahre 2025 bis 2040 Kenngrößen für die Wirtschaft und den Arbeitsmarkt in Niedersachsen erarbeitet.

Darstellung der Ergebnisse

Niedersachsen hat wichtige Voraussetzungen für eine Wasserstoffwirtschaft – von der Windenergie über umfangreiche Speicherkapazitäten bis hin zu der Importinfrastruktur. Die Studie zeigt welche Effekte der Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft auf den Wirtschaft- und Industriestandort speziell in Niedersachsen und seine Regionen haben würde. Die Potenziale sind bemerkenswert: Bis 2040 kann die Wertschöpfung kumuliert um fast 200 Milliarden Euro gesteigert und bis zu 60.000 Arbeitsplätze können zusätzlich geschaffen werden. Für die Realisierung des Wasserstoff-Szenarios und für die Überwindung der betriebswirtschaftlichen Herausforderungen braucht es allerdings die folgenden Gelingensbedingungen in Deutschland und Niedersachsen:

- Infrastruktur ausbauen

- Wasserstoff vergünstigen

- Absatzmärkte für Wasserstoff schaffen

- Qualifizierung und Mobilisierung von Arbeitskräften

- Importpläne vorantreiben

- Zeitliche Koordination verbessern

Projektleitung und -bearbeitung

Projektleitung

Anke Mönnig
Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung
Wirtschaft und Soziales

Kooperationspartner

Dr. Mehrdad Payandeh
DGB Deutscher Gewerkschaftsbund Bezirk Niedersachsen, Bremen, Sachsen-Anhalt
Abt. Wirtschafts-, Finanz- und Steuerpolitik

Johannes Grabbe
DGB Deutscher Gewerkschaftsbund Bundesvorstand

Dr. Carmen Thamm
Netzwerk der Kooperationsstellen Hochschulen Gewerkschaften in Niedersachsen

Kristin Reimers
Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen GmbH Geschäftsstelle Niedersachsen
Niedersachsen Allianz für Nachhaltigkeit

Christoph Peters
Niedersächsisches Wasserstoff-Netzwerk
Arbeit und Leben Niedersachsen

Kontakt

Dr. Manuela Maschke
Hans-Böckler-Stiftung
Forschungsförderung