Projektbeschreibung
Kontext
In Niedersachsen wird der Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft intensiv verfolgt. Für den erfolgreichen Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft ist entscheidend, dass Infrastrukturprojekte entlang der gesamten Wasserstoffwertschöpfungskette abgedeckt und realisiert werden. Niedersachsen bietet hierfür aufgrund der Verfügbarkeiten an erneuerbaren Energien, der Importmöglichkeiten durch Häfen und der Speichermöglichkeiten in Form von Kavernen sehr gute Standortbedingungen. Die Studie zeigt auf, wie stark Niedersachsen von einem Wasserstoffhochlauf profitieren könnte und welche Gelingensbedingungen dafür gelten müssten.
Fragestellung
Der Wasserstoffhochlauf kann dazu beitragen, dass auch in einer defossilen Welt, ein Großteil der industriellen Wertschöpfung gehalten werden kann. Ziel dieser Studie war die Effekte auf Wertschöpfung und Arbeitsmarkt in Niedersachsen und seinen Kreisen bei erfolgreicher Etablierung einer wasserstoffbasierten Industrie zu quantifizieren. Aufbauend auf den quantitativen Ergebnissen konnten Erfolgsfaktoren identifiziert werden, die für die erfolgreiche Etablierung einer Wasserstoffwirtschaft gelten müssen. Die Ergebnisse unterstützen die Transformationsprozesse vor Ort und bieten Argumente für den Transformationsprozess.
Untersuchungsmethoden
Für die Durchführung der Studie war die Verwendung eines ökonomischen Rechenmodell vorgesehen, welches die Wirtschaftsstruktur Niedersachsens detailliert erfasst, Prognosen und Szenarien erstellt und bis auf Kreisebene heruntergebrochen werden kann. Angewendet wurde das QuBe-Modellsystem QINFORGE zusätzlich seiner regionalen Erweiterung mit dem Modell QMORE. Das Regionalmodell QMORE diente dazu, die bundesweiten Effekte in einem konsistenten Rahmen und unter Berücksichtigung von regionalspezifischen Besonderheiten für Niedersachsen herunterzubrechen. Ein Mehrwert bestand darin, dass die ökonomische Verflechtung der Bundesländer untereinander berücksichtigt wird. Beide Modelle wurden hintereinandergeschaltet. Mittels Szenariotechnik konnten die ökonomischen Auswirkungen einer niedersächsischen Wasserstofftransformation quantifiziert werden. Es wurden für die Jahre 2025 bis 2040 Kenngrößen für die Wirtschaft und den Arbeitsmarkt in Niedersachsen erarbeitet.
Darstellung der Ergebnisse
Niedersachsen hat wichtige Voraussetzungen für eine Wasserstoffwirtschaft – von der Windenergie über umfangreiche Speicherkapazitäten bis hin zu der Importinfrastruktur. Die Studie zeigt welche Effekte der Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft auf den Wirtschaft- und Industriestandort speziell in Niedersachsen und seine Regionen haben würde. Die Potenziale sind bemerkenswert: Bis 2040 kann die Wertschöpfung kumuliert um fast 200 Milliarden Euro gesteigert und bis zu 60.000 Arbeitsplätze können zusätzlich geschaffen werden. Für die Realisierung des Wasserstoff-Szenarios und für die Überwindung der betriebswirtschaftlichen Herausforderungen braucht es allerdings die folgenden Gelingensbedingungen in Deutschland und Niedersachsen:
- Infrastruktur ausbauen
- Wasserstoff vergünstigen
- Absatzmärkte für Wasserstoff schaffen
- Qualifizierung und Mobilisierung von Arbeitskräften
- Importpläne vorantreiben
- Zeitliche Koordination verbessern