Projektbeschreibung
Kontext
Die notwendige sozial-ökologische Transformation geht mit Belastungen und Akzeptanzverlust in den Betrieben einher. Die Wahlen der letzten Zeit zeigten, dass rechte Populisten mit einfachen Antworten Zugewinne verzeichnen. Der Wachstumsprozess des kommunalen Unternehmens erfordert vom Personal viel Flexibilität und Veränderungsbereitschaft. Zugleich benötigte die schwierige Finanzsituation der Kommune finanzierbare Umsetzungskonzepte, die aber nicht auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen werden dürfen. In der Umsetzung entstand bei Beschäftigten aber auch bei Betriebsräten eine hohe Unzufriedenheit und es wurde eine zu geringe Einbeziehung der Beschäftigten aber auch der Betriebsräte kritisiert. Besondere Spannungen und Verunsicherungen entstanden in den Bereichen, die eventuell outgesourct werden sollten. Erfolgreiche Durchführung der Transformation braucht die Unterstützung und die Erfahrung der Beschäftigten durch mehr Mitgestaltungsmöglichkeiten
Fragestellung
Wie können im Betrieb Diskussionen zur sozial-ökologischen Transformation geführt und demokratische Mitbestimmung umgesetzt werden, ohne dass eine Polarisierung verstärkt und das Zusammenarbeiten im betrieblichen Alltag erschwert wird? Wie kann die Zustimmung zu den notwendigen Transformationsprozessen erhöht werden? Wie kann die Demokratie im Betrieb gestärkt werden? Es geht nicht darum, Gewinner und Verlierer zu produzieren, sondern zusammen Positionen zu entwickeln, die den Wunsch nach Wachstum für das Unternehmen und damit für den öffentlichen Nahverkehr und gute Arbeit für die Beschäftigten miteinander verbinden. Wie kann nicht nur Information, sondern auch Beteiligung und Mitgestaltung organisiert werden? Wie gelingt dies nicht nur im Bürobereich, sondern auch bei den gewerblichen Beschäftigten, bei Fahrerinnen und Fahrern der Busse und Bahnen? Wie sind die unterschiedlichen Rollen von Betriebsräten und Führungskräften in der Transformation definiert?
Untersuchungsmethoden
Zu Beginn wurden Interviews mit betrieblichen Mitbestimmungsakteuren, Mitarbeitenden, dem Personalmanagement und der Unternehmensführung durchgeführt. Es fanden Diskussionsrunden mit Betriebsräten und Führungskräften statt, in denen die Umsetzung in den jeweiligen Bereichen diskutiert wurde und Vorgehensweisen und gegenseitige Wünsche ausgetauscht wurden. Anschließend wurden die Betriebsräte befähigt, Gesprächsrunden zur Transformation und zum Wachstumsprozess durchzuführen, bei denen einerseits der Transformationsprozess vorgestellt und diskutiert wird, die Beschäftigten aber auch die Möglichkeit bekommen, ihre Befindlichkeit, ihre Wünsche, Anliegen und Ideen in diesem Prozess zu formulieren und diese dann auch an die Führung weitergegeben werden. Insgesamt wurde die Kommunikation zwischen Beschäftigten, Betriebsräten und den Führungskräften weiterentwickelt, um den Wachstumsprozess erfolgreich durchzuführen.
Darstellung der Ergebnisse
Es wurden in allen Bereichen Gesprächsrunden zwischen Führungskräften und Betriebsräten zur Transformationsbegleitung durchgeführt. Spannungen wurden angesprochen und die unterschiedlichen Rollen besprochen. Es wurden Gesprächsrunden in kleinen Gruppen zwischen den Beschäftigten und den Betriebsräten vorbereitet, wo eine hohe Gesprächsbeteiligung möglich ist. Dies war allerdings nicht einfach in der Umsetzung, weil solche Gruppen im gewerblichen Bereich und besonders bei den Fahrerinnen und Fahrern schwierig zu organisieren waren. Der KBR führte dann „Blitzgespräche“ in kleinen Gruppen durch mit hoher Beteiligung, die von den Beschäftigten sehr begrüßt wurden. Neue Formate wurden entwickelt, Qualifikationsanforderungen an Betriebsräte und Führungskräfte formuliert, Schulungen sollen durchgeführt werden.