Forschungsprojekt: Transformation in der öffentlichen Verwaltung

Wo finden Modernisierungsprozesse statt und was bedeutet das für die Beschäftigten in der Freien und Hansestadt Hamburg?

Projektziel

In der FHH (Freie und Hansestadt Hamburg; öffentliche Verwaltung, Organe und Betriebe der Stadt/des Landes Hamburg) findet seit Jahren ein permanenter Prozess der Verwaltungsmodernisierung statt. Ziel des Projektes war es, diese unterschiedlichen transformativen Prozesse in der FHH zu identifizieren, deren Auswirkungen auf die Beschäftigten aufzuzeigen und Probleme bzw. Lösungen zu diskutieren.

Veröffentlichungen

Beile, Judith und Katrin Schmid, 2025. Endbericht: Transformation in der öffentlichen Verwaltung der FHH. Wo finden Veränderungen statt und was bedeutet das für die Beschäftigten der FHH?, Hamburg: wmp consult, 9 Seiten.

Projektbeschreibung

Kontext

In Hamburg ist die öffentliche Verwaltung im Konzernkonstrukt der FHH angesiedelt. Die Betriebe der FHH sind vielfältig, aber alle sind von verschiedenen Prozessen der Verwaltungsmodernisierung betroffen. Eine Vielzahl an Projekten läuft parallel zueinander. Dazu gehören Umgestaltungen unter dem Schlagwort der digitalen Transformation („EGovernment“, „Digitalisierung als Entlastung“, „Bezirkliche Digitalstrategie“, „Digi2030“) ebenso wie Projekte mit dem Ziel, einen Kulturwandel hin zu einer „modernen Verwaltung“ anzuschieben (z.B. die „Resiliente Organisation“). Begründet werden diese Zielsetzungen neben einer fortschreitenden Digitalisierung mit übergeordneten transformativen Vorgängen wie Klimawandel, steigende Zahlen an Geflüchteten oder der Alterung der Gesellschaft. Gleichzeitig sorgt z.B. die politische Zielstellung, Hamburg klimagerecht zu gestalten, für neue Aufgaben und Anforderungen innerhalb der Betriebe der FHH.

Fragestellung

Die Leitfragen für das Forschungsprojekt waren:

1. Welche Veränderungen finden in den betrachteten Abteilungen/Betriebsteilen statt, die Auswirkungen auf die Beschäftigten haben? Wo zeigen sich die wichtigsten Transformationsprozesse und was sind die Ursachen bzw. Hintergründe davon (Programme, Modellprojekte, Personalsteuerungselemente etc.)?

2. Welche Rolle spielt die Vielzahl an Veränderungen mit dem Ziel der Verwaltungsmodernisierung für die Belastungen der Beschäftigten in der FHH? Wo tragen sie zur Entlastung bei, wo sind sie eher eine Mehrbelastung bzw. wo gehen die Maßnahmen an den Bedarfen der Beschäftigten ggf. vorbei?

3. Inwieweit werden die Beschäftigten und ihre Interessenvertretungen an den transformativen Prozessen und den daraus resultierenden Maßnahmen beteiligt?

4. Welche Schlussfolgerungen lassen sich daraus für die Mitbestimmungsakteure bei der FHH und darüber hinaus für öffentliche Verwaltungen in anderen Städten/ Bundesländern ziehen?

Untersuchungsmethoden

Folgende Projektschritte wurden durchgeführt:

1. Literaturanalyse und Recherche zur Struktur der zu untersuchenden Bereiche sowie zu aktuellen Strategien und Zielsetzungen der FHH.

2. Auftaktworkshop: Identifizierung von Themen gemeinsam mit Personalräten und Beschäftigten.

3. Durchführung einer Online-Befragung unter den Beschäftigten.

4. Folgeworkshop: Vorstellung der identifizierten Themen und Diskussion über Herausforderungen und mögliche Lösungen mit Personalräten und Beschäftigten.

7. Zusammenfassung der Ergebnisse in Berichts- und Präsentationsform.

8. Dialogveranstaltung mit Ergebnispräsentation.

Darstellung der Ergebnisse

Das Projekt hat übergreifende Probleme in der öffentlichen Verwaltung der FHH identifiziert, die einen großen Teil der Beschäftigten derzeit belasten. Dabei sind Themen mit hohem Handlungsdruck zu Tage getreten - v.a. die praxistaugliche und mitbestimmte Umsetzung von Digitalisierung.

Durch den gemeinsamen Austausch wurde ein Bewusstsein dafür geschaffen, dass die „digitale Überforderung“, die viele Beschäftigte beklagen, kein individuelles Problem ist, sondern dass eine ganze Reihe von Umsetzungsproblemen, Strategien und handwerklichen Fehlern bei der Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung dafür ursächlich sind. Außerdem konnten diese Probleme in einen übergeordneten Zusammenhang gestellt werden mit weiteren spürbaren Veränderungen für die Beschäftigten, wie z.B. gestiegene Aufgaben.

Das Projekt hat die Diskussion um ein drängendes Thema eröffnet und es wurden gemeinsam mit Beschäftigten Lösungsmöglichkeiten diskutiert und Forderungen abgeleitet.

Projektleitung und -bearbeitung

Projektleitung

Dr. Judith Beile
wmp consult - Wilke Maack GmbH

Bearbeitung

Katrin Schmid
wmp consult - Wilke Maack GmbH

Kooperationspartner

Carina Koop
ver.di - Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft Landesbezirk Hamburg
Fachbereich B, Fachgruppe ÖD/Bereich Beamt*innen

Max Stempel
ver.di - Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft Landesbezirk Hamburg
Öffentliche und private Dienstleistungen

Kontakt

Dr. Manuela Maschke
Hans-Böckler-Stiftung
Forschungsförderung