Forschungsprojekt: Einfacharbeit und Mitbestimmung

Betriebliche Kommunikation und Kompetenzentwicklung von Betriebsräten in einem Servicebetrieb des Gesundheitswesen

Projektziel

Ziel des Projektes war es, die Betriebsratsarbeit in Einfacharbeitsbetrieben zu optimieren und die Prinzipien von Arbeit, Demokratie und Mitbestimmung in der Belegschaft zu verankern. Gemeinsam mit dem Betriebsrat eines Servicebetriebs und der Gewerkschaft ver.di wurden neue Lösungsansätze in Form einer Lern- und Kompetenzwerkstatt entwickelt, die vor den üblichen BR-Schulungen ansetzt.

Veröffentlichungen

Dortmund, Sozialforschungsstelle, [online] https://sfs.sowi.tu-dortmund.de/details/werkstatt-mitbestimmung-00-werte-der-arbeitswelt-und-demokratie-in-betrieb-und-gesellschaft-63893/, zuletzt abgerufen am 01.06.2026.

Ittermann, Peter und Jens Maylandt, 2026. Zwischenbericht: Einfacharbeit und Mitbestimmung. Betriebliche Kommunikation und Kompetenzentwicklung von Betriebsräten in einem Servicebetrieb des Gesundheitswesens, Dortmund: Sozialforschungsstelle Dortmund, 5 Seiten.

Projektbeschreibung

Kontext

Einfache Tätigkeiten der Reinigung, Logistik oder des Caterings sind ein tragender Pfeiler der deutschen Wirtschaft. Sie haben auch im Gesundheitswesen eine hohe Bedeutung. Häufig stehen sie allerdings nicht im Zentrum öffentlicher Aufmerksamkeit und Wertschätzung. Das Projektvorhaben zielte auf das Empowerment von Betriebsratsgremien, deren Mitglieder überwiegend Einfacharbeitende sind. Diese sind in vielfältigen kulturellen Arbeits- und Lebenswelten verankert und mit hiesigen Wirtschafts- und Mitbestimmungspraktiken oft nicht vollständig vertraut. Gemeinsam mit dem Betriebsrat des Servicebetriebs des Klinikums Dortmund und der Gewerkschaft ver.di wurden mögliche Tools erarbeitet, mit denen Grundwerte von Arbeit und Demokratie verankert und die Akteure in der Betriebsratsarbeit unterstützt werden können.

Fragestellung

Das Projektvorhaben suchte nach neuen Ansätzen, die Betriebsratsarbeit zu optimieren und die Verankerung der Mitbestimmung in der Belegschaft zu fördern. Zusammengefasst standen folgenden Fragen im Zentrum:

1) Wie (gut) funktioniert Mitbestimmung in Betrieben einfacher Dienstleistungsarbeit? Welche Bedeutung haben Grundwerte der Arbeit und Demokratie in vielfältigen, heterogenen Belegschaften?

2) Welche persönlichen Voraussetzungen, Sichtweisen, aber auch (arbeits-)kulturellen Hintergründe bringen die BR-Mitglieder mit?

3) Wie kann die Mitbestimmungsarbeit effektiv gestärkt werden, um Arbeitsbedingungen zu verbessern und demokratiefeindlichen Tendenzen entgegenzuwirken?

4) Welche neuen Unterstützungstools können mit betrieblichen Akteuren entwickelt und verstetigt werden?

Untersuchungsmethoden

Das Vorhaben bearbeitete die Fragestellung in drei Schritten: Erhebung der aktuellen Situation, Ableitung von strukturellen Herausforderungen, Problemkonstellationen und Handlungserfordernissen sowie Konzeptionierung und Entwicklung von Tools für ein zielgruppenorientiertes Empowerment. Die Projektergebnisse wurden mit weiteren Akteuren und im Rahmen von Veranstaltungen diskutiert. Das Projekt zielte darauf ab, Ansätze zu erarbeiten, die breit transferierbar sind und für die Mitbestimmungsträger neue Möglichkeiten bieten, Grundwerte von Arbeit und Demokratie in den Gremien und im Betriebsalltag zu stärken. In demokratietheoretischer Perspektive sollen die Erkenntnisse beitragen, für Themen moderner Arbeit und Beteiligung zu sensibilisieren und in betriebliche und gesellschaftliche Arbeitskulturen zu integrieren.

Darstellung der Ergebnisse

In mehreren Gesprächen und mit einem gemeinsamen Workshop konnten die Sichtweisen der Betriebsratsmitglieder sowie ihre Bedarfe an Unterstützung zu einem relativ konsistenten Bild einer Status Quo-Bestandsaufnahme verdichtet werden. Die Betriebsratsmitglieder bedürfen (vor den BetrVG-Schulungen) einer Grundorientierung in Mitbestimmung und demokratischer Teilhabe in Wirtschaft und Gesellschaft. Im ausgearbeiteten Konzept wurden ihre Rollenerwartungen als Staatsbürger, Beschäftigte und Interessenvertretung differenziert und sichtbar gemacht. Die Mitglieder sollen ihre Handlungsmöglichkeiten (Chancen) und Grenzen im betrieblichen Arbeitsalltag als Abbild einer demokratisch verfassten Gesellschaft einordnen können. Der Transfer der Projektaktivitäten und -ergebnisse erfolgt u.a. über betriebliche und gewerkschaftliche Multiplikatoren (u.a. ver.di Bundesfachkonferenz Service). Für den weiteren Verlauf ist der systematische Transfer in Form wissenschaftlicher Veröffentlichungen und Ergebnispräsentationen auf Tagungen und bei Stakeholdern geplant.

Projektleitung und -bearbeitung

Projektleitung

Dr. Peter Ittermann
Technische Universität Dortmund Sozialforschungsstelle

Bearbeitung

Jens Maylandt
Sozialforschungsstelle Fakultät Sozialwissenschaften TU Dortmund

Kooperationspartner

Sabrina Kiwit
ver.di - Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft Landesbezirk NRW

Kontakt

Dr. Manuela Maschke
Hans-Böckler-Stiftung
Forschungsförderung