Forschungsprojekt: Einfacharbeit und Mitbestimmung

Betriebliche Kommunikation und Kompetenzentwicklung von Betriebsräten in einem Servicebetrieb des Gesundheitswesen

Projektziel

Ziel des Projektes ist es, die Betriebsratsarbeit in „Einfacharbeitsbetrieben“ zu optimieren und die Prinzipien der Mitbestimmung in der Belegschaft zu fördern. Gemeinsam mit Betriebsrat und Gewerkschaften sollen Lösungsansätze entwickelt werden, die sich an lebens-weltlichen Orientierungsmustern der Akteure orientieren und diese in der aktiven Betriebsratsarbeit unterstützen.

Projektbeschreibung

Kontext

Tätigkeiten, die schnell erlernbar sind und keine einschlägige Berufsausbildung voraussetzen, sogenannte‚ Einfacharbeiten, sind ein tragender Pfeiler der deutschen Wirtschaft. Umso bedeutsamer ist es, dass auch (vermeintlich) einfache Arbeit den gesellschaftlichen Ansprüchen guter Arbeit gerecht wird. Das hier skizzierte Projektvorhaben zielt auf das Empowerment von Betriebsratsgremien, deren Mitglieder überwiegend Einfacharbeitende sind. Diese sind in vielfältigen kulturellen Arbeits- und Lebenswelten verankert und mit hiesigen Wirtschafts- und Mitbestimmungspraktiken oft nicht vollständig vertraut. Gemeinsam mit dem Betriebs-rat des Service Betriebs des Klinikums Dortmund, in dem Einfacharbeitende über 90 Prozent der Belegschaft ausmachen, sollen Lösungskonzepte und mögliche Tools erarbeitet werden, mit deren Hilfe Einfacharbeitende in der aktiven Betriebsratsarbeit unterstützt werden können.

Fragestellung

Das Projektvorhaben sucht in einem von Einfacharbeit geprägten Betrieb nach neuen Ansätzen, die Betriebsratsarbeit zu optimieren und die Verankerung der Mitbestimmung in der Belegschaft zu fördern. Zusammengefasst stehen folgenden Fragen im Zentrum:

1) Wie (gut) funktioniert Mitbestimmung in Betrieben einfacher Dienstleistungsarbeit?

2) Welche persönlichen Voraussetzungen, Sichtweisen, aber auch (arbeits-)kulturellen Hintergründe bringen die BR-Mitglieder mit?

3) Wie kann die Mitbestimmungsarbeit effektiv gestärkt werden, um Arbeitsbedingungen zu verbessern und hoher Fluktuationen entgegenzuwirken?

4) Welche neuen Unterstützungstools können mit betrieblichen Akteuren entwickelt und verstetigt werden?

Untersuchungsmethoden

Das Vorhaben bearbeitet die Fragestellung in drei Schritten: Erhebung der aktuellen Situation, Ableitung von strukturellen Herausforderungen, Problemkonstellationen und Handlungserfordernissen sowie Konzeptionierung und Entwicklung von Tools für ein zielgruppenorientiertes Empowerment. Die Projektergebnisse werden in der Region mit ver.di und weiteren DGB-Gewerkschaften sowie weiteren interessierten Betriebsräten diskutiert. Das Projekt zielt darauf ab, Ansätze zu erarbeiten, die breit transferierbar sind und für die Mitbestimmungs-träger neue Ansätze bieten, das Beschäftigungssegment der Einfacharbeit in den Gremien zu stärken. In demokratietheoretischer Perspektive sollen die Erkenntnisse beitragen, Einfacharbeitende für Beteiligung zu sensibilisieren und in betriebliche und gesellschaftliche Arbeitskulturen zu integrieren.

Projektleitung und -bearbeitung

Projektleitung

Dr. Peter Ittermann
Technische Universität Dortmund Sozialforschungsstelle

Bearbeitung

Jens Maylandt
Sozialforschungsstelle Fakultät Sozialwissenschaften TU Dortmund

Kooperationspartner

Oliver Kolberg
ver.di Bezirk Westfalen

Kontakt

Dr. Manuela Maschke
Hans-Böckler-Stiftung
Forschungsförderung