Forschungsprojekt: Einfluss und Auswirkungen von Mitbestimmung auf Due Diligence in der Lieferkette

Projektziel

Die sozialen und ökologischen Auswirkungen der unternehmerischen Tätigkeit in der Lieferkette werden unzureichend erfasst und es gibt vielfältige Hinweise, dass Arbeits- und Umweltstandards nicht eingehalten werden. Das Projekt generiert eine wissenschaftlich fundierte Grundlage für adäquate Due Diligence-Strategien sowie für eine aktive Gestaltung der Prozesse durch Träger der Mitbestimmung.

Projektbeschreibung

Kontext

Der Gegenstand der Untersuchung ist die Ausgestaltung von Due Diligence (d.h. die Sorgfaltspflicht) im Lieferantenmanagement von Unternehmen sowie die Beteiligung und Einflussnahme der gewerkschaftlichen und betrieblichen Arbeitnehmervertretungen. Die Untersuchung analysiert insbesondere die Aspekte Umweltbelange, Arbeitnehmerbelange, Sozialbelange, Achtung der Menschenrechte, Bekämpfung von Korruption und Bestechung sowie Diversitätskonzept und verantwortungsvolle Führung (sog. Good Governance). Die Kernbestandteile der Untersuchung von Due Diligence-Prozessen beinhalten: das Konzept für Due Diligence in der Lieferkette (einschließlich Grundsatzerklärung), Verfahren zur Ermittlung nachteiliger Auswirkungen in der Lieferkette (Risikoanalyse, Folgenabschätzung), Maßnahmen zur Abwendung negativer Auswirkungen (einschließlich Wesentlichkeitsanalyse) und Überprüfung der Wirksamkeit dieser Maßnahmen, Beschwerde- und Konfliktregulierungsmechanismen sowie die Berichterstattung.

Fragestellung

Die Fragestellungen des Projektes konzentrieren sich zusammenfassend auf die folgenden Kernfragen:

Wie sind soziale, ökologische und ökonomische Due Diligence-Prozesse deutscher Unternehmen in der Lieferkette ausgestaltet und welche Strategien, Methoden und Maßnahmen gibt es?

Welche Interessen und Forderungen existieren bei Trägern der Mitbestimmung in Hinblick auf Due Diligence in der Lieferkette?

Wie können Arbeitnehmervertretungen und Gewerkschaften die unternehmerische Sorgfaltspflicht im Sinne der Arbeitnehmerinteressen fördern und welche Beteiligungsformen nutzen sie hierfür? Welche Formen der Beteiligung sind vor dem Hintergrund von Kosten-Nutzen-Abwägungen im Sinne der Mitbestimmungsträger als auch vom Aufwand her leistbar?

Untersuchungsmethoden

Das Projekt verbindet qualitative und quantitative Erhebungsinstrumente wie Literaturanalyse, Auswertung der Unternehmenskommunikation und Vereinbarungen mit Trägern der Mitbestimmung zur Sorgfaltspflicht in der Lieferkette sowie Interviews mit Gewerkschaften, Nichtregierungsorganisationen und weiteren Organisationen zu Aspekten der Sorgfaltspflicht in der Lieferkette. Außerdem werden Unternehmensfallstudien zur Beteiligung und Interessendurchsetzung von Mitarbeitervertretungen sowie Auswirkungen der Beteiligung auf Prozesse der Sorgfaltspflicht durchgeführt. Optional ist eine Online-Umfrage unter Arbeitnehmervertretungen vorgesehen.

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