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Botbakery-Gründer Max Mundhenke (l.) und Jan Silbersiepe Magazin Mitbestimmung

Arbeit der Zukunft: Maschine malt

Ausgabe 05/2026

Auf der Labora haben Teilnehmerinnen und Teilnehmer mithilfe von KI ihre persönlichen Szenarien zur Arbeit der Zukunft visualisiert. Die Berliner Botbakery hat diese Anwendung entwickelt. Ein Gespräch mit den Firmengründern Max Mundhenke und Jan Silbersiepe.

Knapp 300 Besucher haben auf der Labora mithilfe eurer KI ihre Ideen für die Arbeit der Zukunft visualisiert. Hat euch der Andrang überrascht?

Max: Nein, der Wissensdurst bei KI ist groß. Zudem ermöglichen wir jeder Person, niederschwellig und unter Anleitung mitzumachen. Keiner muss Hemmungen haben, etwa weil er glaubt, er könne nicht malen. Die KI gleicht unterschiedliche Fähigkeiten aus.

Wie genau entstehen diese KI-generierten Bilder?

Max: Der Bot führt die Teilnehmer durch einen digitalen Fragebogen. Er fragt zum Beispiel: „Wie stellst du dir deinen Beruf in zehn Jahren vor?“ Dieser Fragenkatalog ist aber nicht starr, sondern er reagiert individuell auf die Eingaben. Wenn dem Bot eine wichtige Info für das Bild fehlt, fragt er diese ab. Das Ganze dauert drei bis fünf Minuten, dann ist das Bild fertig.

Was sagen uns diese Bilder?

Jan: Sie zeigen vor allem die Ideenvielfalt der Besuchenden. Da entstehen zum Beispiel futuristische Büros, Arbeitswelten im Grünen, aber auch dystopische und abstrakte Werke. Über diese Bandbreite zeigen wir ein Stimmungsbild. Zusätzlich regt der Bot an, über die Auswirkungen von KI auf die Arbeit zu diskutieren. Das geht anhand der Bilder sehr gut.

Wie bewertet ihr als Experten die Zukunft der Arbeit mit KI?

Max: Idealerweise nimmt sie jedem von uns genau die Arbeit ab, die wir nicht machen wollen. Wer es an seinem Job nicht mag, Tabellen oder Kalender zu pflegen, kann seine KI darauf trainieren, genau dies zu übernehmen. So hat er mehr Zeit für seine Kreativ­arbeit. Ein anderer, der Kreativarbeit eher ablehnt, wird seinen Agenten darauf trainieren, ihm genau die kreativen Aufgaben abzunehmen, und stattdessen lieber eigenhändig seine Tabellen und Kalender pflegen.

Ist das realistisch?

Jan: Das ist dann realistisch, wenn man sich als Nutzer mit der Technologie auseinandersetzt und sie nicht kategorisch ablehnt. Die Fähigkeit, produktiv mit KI umzugehen, wird eine der wichtigsten Fähigkeiten in der Arbeitswelt von morgen sein. Arbeitsplätze werden nicht von der KI ersetzt, sehr wohl aber von Menschen, die Profis im Umgang mit KI sind.

Max: Aber klar ist auch, dass wir Gesetze brauchen. Deshalb ist der AI-Act der EU gut. Er stellt immerhin eine Leitplanke dar, die sich stark an Menschenrechten orientiert und beispielsweise manipulative KI verbietet. Viel konkreter kann es auch kaum werden, weil KI sich schneller entwickelt, als der Gesetz­geber reagieren kann.

Wie können Gewerkschaften KI einsetzen?

Max: KI könnte das Kommunikationstool für Gewerkschaften schlechthin sein. Denn KI ist weitgehend barrierefrei und versteht fast jede Sprache. Für die Pflegekraft aus der Ukra­ine beispielsweise wäre es ein Leichtes, den Bot einer Gewerkschaft zu fragen, ob ihre 60-Stunden-Woche hier in Deutschland eigentlich legal ist.

Das Gespräch führte Andreas Schulte.

Die Arbeit der Zukunft

  • Die Arbeit der Zukunft, gemeinsam entworfen von Mensch und Künstlicher Intelligenz
    Die Arbeit der Zukunft, gemeinsam entworfen von Mensch und Künstlicher Intelligenz: Die fünf exem­plarischen Darstellungen folgen den individuellen KI-Anweisungen von Besuchern.
  • Die Arbeit der Zukunft, gemeinsam entworfen von Mensch und Künstlicher Intelligenz
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