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Private Equity Monitor: Fünf Firmen – jede Woche

Ausgabe 01/2019

Eine Studie für die Hans-Böckler-Stiftung zeigt: Im Jahr 2017 wurden in Deutschland 274 Firmen direkt von Finanzinvestoren übernommen. Von Gunnar Hinck und Kay Meiners

Viele Verkäufe von privat

Oft sind es Gründer und Erbengemeinschaften, die ihren Besitz zu Geld machen. Sie sind das wichtigste Ziel der Unternehmensjäger – mehr als die Hälfte aller Übernahmen kam zuletzt so zustande. Da der Markt leer gefegt ist, geraten auch kleine Unternehmen ins Visier. Die übernommenen Firmen hatten im Durchschnitt nur 340 Mitarbeiter.

Hohe und schnelle Renditen

Private-Equity-Gesellschaften wollen schnell Kasse machen, denn die Laufzeit der Fonds ist begrenzt. Daher wird eine Mindestverzinsung des Kapitals angestrebt, ab der Manager direkt am Gewinn beteiligt werden. Diese Rate liegt zwischen sieben und 11,5 Prozent. Tatsächlich wird versucht, Renditen von bis zu 20 Prozent im Jahr zu erzielen. Das Insolvenzrisiko wird dadurch nicht geringer.

Neues Ziel ist die Gesundheitsbranche

Jeder dritte Kauf entfällt auf die Branchen IT und Gesundheit. Die Liste der beschäftigungsstärksten Unternehmen, die übernommen wurden, führen drei Betreiber von Senioreneinrichtungen an. Sie haben zusammen rund 24 000 Mitarbeiter. Eine bedenkliche Entwicklung: Finanzinvestoren dringen in eine Branche ein, die schon jetzt mit harten Arbeitsbedingungen und mit Berichten über Missstände auffällt.

Risiken für die Mitbestimmung

Die Strategien von Private-Equity-Unternehmen führen dazu, dass sich die Bedingungen für die Arbeit von Arbeitnehmern in Aufsichtsräten oder Betriebsräten verschlechtern. Praktiken wie das Abspalten und Veräußern von Geschäftsaktivitäten oder ihre Verlagerung ins Ausland lassen zudem erwarten, dass das Beschäftigungsvolumen gesenkt und Schwellenwerte für die Mitbestimmung unterschritten werden. Nicht gut sieht es auch beim Thema Aufsichtsratsmitbestimmung aus. Scheuplein zählt 39 Unternehmen, die von der Größe her unter die paritätische Mitbestimmung fallen und seit einiger Zeit im Besitz von Finanzinvestoren sind. In mehr als jedem zweiten Fall wird die Unternehmensmitbestimmung ignoriert oder umgangen.

Oft kein Branchenwissen

Kennzahlen analysieren ist das eine – Branchenwissen das andere. Gerade hier bescheinigt der Private-Equity-Monitor den „Heuschrecken“ erhebliche Wissenslücken: „Finanzinvestoren verfügen zumeist über keine spezifischen Branchenkenntnisse, die für die Weiterentwicklung des Unternehmens hilfreich sein können.“

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