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Forstarbeiter Stefan Springer bei der Arbeit im Dämmerwald Magazin Mitbestimmung

Mein Arbeitsplatz: Forstamt Dämmerwald

Ausgabe 01/2026

Stefan Springer (44) lebt mit seinem Hund im Forsthaus Schermbeck und arbeitet im Dämmerwald. Von Andreas Schulte

„Ich arbeite gerne draußen. Als Förster habe ich das Gefühl, etwas Richtiges, etwas Gutes zu tun. Ich kümmere mich um 1700 Hektar Fläche des nordrhein-westfälischen Dämmerwalds. Übers Jahr betrachtet, verbringe ich drei Tage in der Woche draußen im Wald und zwei im Forsthaus. Um Schreibtischarbeit komme ich nicht herum, der bürokratische Aufwand hat sich in den zurückliegenden zehn Jahren fast verdoppelt. Wir müssen immer mehr dokumentieren. Die Bestände sollen mittlerweile auch digital erfasst werden. Oft muss ich bis zu 20 Merkmale von Bäumen in Tabellen eingeben. Bei mancher Statistik denke ich mir, es wäre schöner und sinnvoller, die Zeit stattdessen mit der Pflege der Bestände im Wald zu verbringen.

Meinen Bachelor in Forstwirtschaft habe ich 2013 gemacht und dann eine einjährige Anwärterschaft absolviert. Danach war ich zunächst zehn Jahre im Bergischen Land als Revierförster beschäftigt. Dort habe ich alles gelernt, um hier die Revierleitung zu übernehmen. Zuvor habe ich Chemie studiert, aber abgebrochen, weil ich schnell gemerkt habe, dass der Job im Labor nichts für mich ist.

Die Arbeit als Förster ist da abwechslungsreicher und eigenverantwortlich. Als Förster und Revierleiter bin ich auch Teamleiter der Forstrotte, die aus einem Meister, drei Gesellen und drei Auszubildenden besteht. Verantwortung trage ich nicht nur für den Dämmerwald, sondern auch für Menschen.

In der Regel beginne ich einen Arbeitstag um sieben Uhr morgens und checke E-Mails. Anschließend steht zum Beispiel eine Einsatzplanung für die regelmäßige Holzernte an oder die Planung für eine Wiederaufforstung. Auch die Organisation und die Betreuung von Jagden zählen zu meinen Aufgaben. Aber viele Tage oder Wochen verlaufen letztendlich nicht so, wie geplant. Dafür stecken in einem Wald zu viele Unwägbarkeiten.“

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