Formalisierte Entrechtung und informelle Barrieren des Zugangs zum Recht in Deutschland: Live-in-Betreuung und Arbeitsrecht
In Deutschland gibt es ca. 300.000 bis 600.000 Live-in-Betreuerinnen, deren soziale Absicherung häufig Schutzlücken aufweist. Auf Basis von Interviews wird gezeigt, dass in der Branche (rechtlich fragwürdige) Selbstständigkeit zu einer formalisierten Entrechtung führt, während angestellte Kräfte durch informelle Barrieren - wie die räumliche Isolation im Haushalt und existenzielle Abhängigkeit von der Erwerbstätigkeit - an der Durchsetzung ihrer Rechte gehindert werden. Eine Verbesserung der Situation, wie etwa durch ein Direktanstellungsgebot und staatlichen Kontrollen, ist geboten, um die strukturelle Rechtlosigkeit in der häuslichen Betreuung zu überwinden und arbeitsrechtliche Standards effektiv durchzusetzen.
Quelle
Barp, Francesca; Huke, Nikolai (2026):
Live-in-Betreuung und Arbeitsrecht - Formalisierte Entrechtung und informelle Barrieren des Zugangs zum Recht in Deutschland
Forschungsförderung Working Paper Nr. 431, Düsseldorf, 65 Seiten