Befunde aus der WSI-Nachwahlbefragung: Die Wählerschaft des BSW bei der Bundestagswahl 2025
Mit dem Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) hat eine neue Partei die politische Landschaft betreten, die bereits kurz nach der Gründung beachtliche Erfolge einfuhr. Bei der Bundestagswahl 2025 scheiterte das BSW allerdings knapp. Der WSI-Report analysiert die Wählerschaft des BSW und geht der Frage nach, inwiefern das BSW die AfD Stimmen gekostet hat. Die Untersuchung zeigt, dass das BSW im Vergleich zu anderen Parteien überdurchschnittlich häufig von Frauen und in Ostdeutschland gewählt wurde. BSW-Wähler*innen verfügen im Vergleich über geringere Einkommen und arbeiten oft als Bürokräfte oder Dienstleistungsarbeiter*innen. Sie sorgen sich um die wirtschaftliche Entwicklung sowie die Eskalation von kriegerischen Auseinandersetzungen und haben ein geringes Institutionenvertrauen. Die meisten BSW-Wähler*innen kombinieren linke wirtschafts- und sozialpolitische Präferenzen mit konservativen oder liberalen gesellschaftspolitischen Einstellungen. Die Linke verlor anteilig mehr Wähler*innen an das BSW als andere Parteien, die zahlenmäßig größte Gruppe in der BSW-Wählerschaft stellen jedoch ehemalige SPD-Wähler*innen. Zwar hat das BSW der AfD mehr Wählerstimmen gekostet als die meisten anderen Parteien, insgesamt verloren aber linke Parteien mehr Wähler*innen an das BSW als rechte Parteien.
Quelle
Emmler, Helge; Seikel, Daniel (2026):
Die Wählerschaft des BSW bei der Bundestagswahl 2025 - Befunde aus der WSI-Nachwahlbefragung
WSI Report Nr. 112, Düsseldorf, 32 Seiten