zurück
Report

Ohne Streiks geht es nicht: WSI Arbeitskampfbilanz 2025

Das Tarifjahr 2025 war erneut von zahlreichen Arbeitsniederlegungen geprägt. Mit 261 vom WSI gezählten Arbeitskämpfen gab es zwar 2025 weniger von Streiks begleitete Tarifkonflikte als in den beiden Vorjahren, doch blieb die Konflikthäufigkeit im langfristigen Mittel weiter auf hohem Niveau. Dabei hat sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten zugleich die Anzahl der bestreikten Betriebe stark erhöht. Gegenläufig dazu lag das vom WSI geschätzte Arbeitskampfvolumen 2025 mit 645.000 Ausfalltagen deutlich sowohl unter dem der Vorjahre als auch unter dem langfristigen Trend. Ebenso verhält es sich mit der geschätzten Anzahl von 552.000 Streikteilnehmer*innen im Jahr 2025. Beides deutet auf eine geänderte Arbeitskampfführung der Gewerkschaften hin: Einzelne, kurze Arbeitsniederlegungen überwiegen, unbefristete Flächenstreiks sind dagegen seltene Ausnahmen geworden.

Erstmals hat das WSI für 2025 auch die Arbeitskampfziele der Gewerkschaften ausgewertet: In mehr als jedem vierten Arbeitskampf rangen die Beschäftigten um die (erstmalige) Tarifbindung der Unternehmen; dabei überwiegen Streiks um Haustarifverträge. Gewerkschaften müssen somit einen erheblichen Teil ihrer Ressourcen dafür aufwenden, der Tarifflucht der Unternehmen und damit einem weiteren Absinken der Tarifbindung entgegenzuwirken.

Quelle

Janssen, Thilo; Dribbusch, Heiner (2026): WSI Arbeitskampfbilanz 2025 - Ohne Streiks geht es nicht
WSI Report Nr. 114, Düsseldorf, 18 Seiten

PDF herunterladen

Zugehörige Themen