: Durch Bereichsausnahme Verteidigung könnte deutsche Schuldenquote auf über 90 % des BIP steigen
Es werden die kurz- und langfristigen makroökonomischen und fiskalischen Auswirkungen der Bereichsausnahme für Verteidigung und des Sondervermögens für Infrastruktur und Klimaschutz (SVIK) mithilfe des makroökonometrischen Mehrländermodells NiGEM für den Zeitraum von 2026 bis 2050 simuliert. Dabei werden für das SVIK zwei Szenarien simuliert, eines, in dem alle Mittel in zusätzliche Investitionen fließen und eines, in dem nur die Hälfte für zusätzliche Investitionen, der Rest für zusätzlichen Staatskonsum verwendet wird.
Unsere Simulationen zeigen, dass das reale BIP zwischen 0,5 % und 1 % höher ist als ohne kreditfinanzierte Ausgabenprogramme. Insbesondere zeigt sich, dass Erhöhungen des öffentlichen Konsums keine dauerhaften Wachstumsauswirkungen auf das BIP haben, während dies bei öffentlichen Investitionen anders ist. Im Szenario, in dem das SVIK ausschließlich für zusätzliche Investitionen genutzt wird, fällt das BIP Mitte der 2040 Jahre 1,4 % höher aus als es ohne die zusätzliche Kreditaufnahme der Fall gewesen wäre. Mit der Berücksichtigung der Bereichsausnahme und des SVIK erreicht die Schuldenquote Deutschlands im Jahr 2040 einen Stand von über 90 % des BIP.
Stichworte: Infrastruktur, öffentliche Investitionen, Bereichsausnahme, Schuldenquote
Quelle
Paetz, Christoph; Rietzler, Katja; Watzka, Sebastian (2026):
Durch Bereichsausnahme Verteidigung könnte deutsche Schuldenquote auf über 90 % des BIP steigen
IMK Policy Brief Nr. 207, Düsseldorf, 14 Seiten