Waskowski, Lilliam / Peters, Eileen : Zwischen Sorgearbeit und Erwerbsarbeit. Geschlechterdifferenzen in der Arbeitszeitentwicklung während der Covid-19-Pandemie
DOI: 10.5771/0342-300X-2026-1-3
Seiten 3-12
Zusammenfassung
Auf Basis von Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP, 2019–2022) untersucht der Beitrag, wie sich tägliche Sorgearbeit in Form von Hausarbeit und Kinderbetreuung auf die vertraglich vereinbarte und die tatsächlich geleistete Erwerbsarbeitszeit von Eltern auswirkt. Die deskriptiven Analysen zeigen: Während der Pandemie übernahmen insbesondere Mütter umfangreiche Betreuungsaufgaben ; zugleich stieg der Anteil stärker engagierter Väter leicht an. Fixed-Effects-Regressionen verdeutlichen, dass Mütter bereits bei moderater Sorgebelastung ihre Erwerbsarbeitszeit reduzieren – sowohl vertraglich als auch faktisch. Bei Vätern zeigt sich dieser Zusammenhang erst bei hoher Belastung. Die Ergebnisse unterstreichen die anhaltend ungleiche Verteilung von Sorge- und Erwerbsarbeit, die sich auch im Pandemiekontext nur begrenzt verschoben hat.
Schlagworte: Familienarbeit/Care, Arbeitszeit, Work Life Balance/Vereinbarkeit, Gleichstellungspolitik, Covid-19-Pandemie
Abstract
Based on data from the German Socio-Economic Panel (SOEP, 2019–2022), this article examines how daily unpaid care work – specifically housework and childcare – affects both the contracted and the actual working hours of parents. Descriptive analyses show that, during the pandemic, mothers consistently shouldered extensive care responsibilities, while the proportion of fathers more actively involved in care work slightly increased. Fixed-effects regressions reveal that mothers reduced their working hours even under moderate care burdens – both contractually and in practice. For fathers, this association emerges only under high levels of care work. The findings highlight the persistently unequal distribution of unpaid and paid work between mothers and fathers, which shifted only marginally during the pandemic.