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Foto: Cover der WSI-Mitteilungen WSI-Mitteilungen

Witzak, Patrick / Hertwig, Markus / Frisone, Anna / Kahmann, Marcus / Hauptmeier, Marco / Lines, Louis : Europäische Betriebsräte nach dem Brexit. Verhandlungen über die Zukunft britischer Mandate in französischen, deutschen und britischen Unternehmen

Ausgabe 04/2026

DOI: 10.5771/0342-300X-2026-4-337

Seiten 337-345

Zusammenfassung

Der Brexit hat die institutionellen Grundlagen Europäischer Betriebsräte (EBR) tiefgreifend verändert. Bis 2020 war das Vereinigte Königreich in rund 70 % aller EBR vertreten ; mit dem EU-Austritt entfiel die Verpflichtung, britische Mitglieder einzubeziehen. Der Beitrag untersucht, wie Arbeitnehmervertretungen und Unternehmensleitungen auf diese Zäsur reagiert haben. Im Fokus stehen Verhandlungen in multinationalen Unternehmen mit Sitz in Deutschland, Frankreich und im Vereinigten Königreich. Auf Basis einer vergleichenden Analyse von 64 EBR sowie vertiefender Fallstudien werden unterschiedliche Muster institutioneller Ergebnisse sichtbar. Zugleich zeigt die Untersuchung die Widerstandsfähigkeit der EBR gegenüber externen Schocks, die außerhalb der Unternehmen entstehen. Theoretisch wird der historische Institutionalismus herangezogen, um zu erklären, wie Institutionen reagieren, wenn die regulatorische Grundlage wegfällt. Damit leistet die Untersuchung einen Beitrag zur Erforschung transnationaler Arbeitsbeziehungen und zur Debatte über die Zukunft der Mitbestimmung in Europa.

Schlagworte: EU, Mitbestimmung, europäische Integration, industrielle Beziehungen, europäische Betriebsräte, Brexit

Abstract

Negotiations on the Future of British mandates in Germany, France and the United Kingdom
Brexit profoundly transformed the institutional foundations of European Works Councils (EWCs). Until 2020, the United Kingdom was represented in about 70 % of EWCs ; since its withdrawal from the EU, the obligation to include UK members no longer applies. This article investigates how worker representatives and management responded to this rupture, focusing on negotiations in multinational companies headquartered in Germany, France, and the United Kingdom. Based on a comparative analysis of 64 EWCs and in-depth case studies, it identifies patterns of institutional outcomes. At the same time, the study highlights the resilience of EWCs in dealing with external shocks beyond the control of individual firms. Theoretically, the article draws on historical institutionalism to explain how institutions adapt when their regulatory basis is taken away. It thereby contributes to the study of transnational employment relations and the debate on the future of worker participation in Europe.

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