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Systemrelevant Folge 316 zum Thema Homeoffice mit Bettina Kohlrausch und Helge Emmler Podcasts

Systemrelevant Podcast: Homeoffice: Zwischen Misstrauen und Zukunftsmodell

Homeoffice war vor Corona ein Randphänomen. 2020 versetzte der erste Lockdown der mobilen Arbeit dann einen riesigen Schub. Wie ist es heute? Welche Menschen arbeiten vor allem mobil, und was wäre, wenn sie wieder häufiger ins Büro müssten? Was das alles mit Vertrauen zu tun hat, erörtern wir in dieser Folge.

[23.09.2026]

Marco Herack spricht in dieser Folge mit Bettina Kohlrausch, der Direktorin des WSI und mit Helge Emmler, dem Leiter des Referats WSI-Datenzentrum, darüber, wie viel Vertrauen die neue Arbeitswelt braucht und wie viel sie bekommt.

Nach dem Lockdown pendelten sich die Zahlen bezüglich Homeoffice und mobiler Arbeit bei einem Viertel bis einem Drittel der Beschäftigten ein. Es gibt weniger „Extremfälle“ und mehr Hybridmodelle im Bereich von 2–4 Tagen pro Woche. Das häufigste gemeinsame Merkmal derer, die mehrheitlich im Homeoffice sitzen, ist das des Hochschulabschlusses. Personen mit der Qualifikation eines akademischen Abschlusses arbeiten sehr viel häufiger im Homeoffice.

Laut Bettina Kohlrausch haben Menschen dabei abhängig von ihrer Erwerbsposition unterschiedlich viel Autonomie. Die Beschäftigten werden auch unterschiedlich stark kontrolliert. Grundsätzlich gäbe es großes Misstrauen, ob die Leute genügend arbeiten, wenn sie im Homeoffice sind. Dies ließe sich aber aus der Empirie zum Thema nicht belegen.

Ich glaube, die Sorge, dass da nicht gearbeitet wird oder die Leute sich drücken, ist unbegründet. Das ist meiner Meinung nach eine generelle Kultur des Misstrauens gegenüber Beschäftigten, die in den letzten Jahren die Debatte so bestimmt hat. Diese Kultur ist weder gut noch gesund oder fair.

Bettina Kohlrausch, WSI-Direktorin

Im Zuge der „Alle müssen mehr arbeiten“-Debatten gäbe es vermehrt „Return to Office-Initiativen“. Was hier zum Tragen kommt: Neben den steigenden zeitlichen Belastungen, insbesondere wenn Menschen pendeln müssen, verschlechtere sich die Arbeitssituation und das erhöhe eine Grundunzufriedenheit und führe zu Belastungsgefühlen.

„Return to Office“ aus genannten Gründen wäre auch kaum beweisbar: Die Studienlage, so Helge Emmler, deute an, dass die Produktivität im Homeoffice im schlimmsten Fall nicht schlechter, sondern im besten Fall sogar besser sei.  

Aber: Zu viel Homeoffice könne ebenfalls belasten, so das Ergebnis einer Studie. Und: Der Betrieb als Begegnungsort bleibt für informellen Austausch und Lernen relevant.

Alle Informationen zum Podcast

In Systemrelevant analysieren führende Wissenschaftler:innen der Hans-Böckler-Stiftung gemeinsam mit Moderator Marco Herack, was Politik und Wirtschaft bewegt: makroökonomische Zusammenhänge, ökologische und soziale Herausforderungen und die Bedingungen einer gerechten und mitbestimmten Arbeitswelt – klar verständlich und immer am Puls der politischen Debatten.

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