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: Was Krisenländer von Deutschland lernen können

Ausgabe 16/2014

Reformen nach deutschem Vorbild bringen mehr Beschäftigung – warum dieses Argument nicht überzeugen kann, erläutert der Wirtschaftsweise Peter Bofinger:

Ein Zusammenhang zwischen Hartz-Gesetzen und Arbeitsmarkterholung sei kaum zu erkennen. Der hiesige Arbeitsmarkt gehöre noch immer zu den „am stärksten regulierten der Welt“, so Bofinger. Und auch der Einfluss auf die Arbeitskosten werde meist überschätzt: Die Jahre der Lohnzurückhaltung lagen zum größeren Teil bereits vor den Reformen.

Aber wieso stieg die Arbeitslosigkeit in der ersten Hälfte der 2000er-Jahre dramatisch und ging in der zweiten wieder zurück? Bofinger verweist auf die schwache Binnennachfrage nach der Jahrtausendwende – gerade eine Folge sieben Jahre schwacher Lohnzuwächse. Erst 2007 kam die Umverteilung von Löhnen zu Gewinnen zum Stillstand. Die Folgen für den Arbeitsmarkt waren positiv. Entscheidend seien zudem kürzere Arbeitszeiten gewesen. Nur in diesem Punkt könnten Europas Krisenländer tatsächlich von Deutschland lernen.

Quelle

Peter Bofinger: Deutschland ist ein Vorbild für Europa (pdf), in: Die 10 Mythen der Eurokrise, Hrsg.: Henning Meyer, Andrew Watt, September 2014

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