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Digitalisierung: Digitalisierung: Weiterbildung sichert Beschäftigung

Ausgabe 15/2019

Wenn es um die Folgen der Digitalisierung geht, machen drastische Szenarien immer wieder Schlagzeilen: Demnach seien in den nächsten zwei Jahrzehnten bis zu 50 Prozent der heutigen Arbeitsplätze gefährdet. Aber trifft das wirklich zu?

Melanie Arntz, Terry Gregory und Ulrich Zierahn vom Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) halten solche Hiobsbotschaften für unbegründet. Ihrer Analyse zufolge sind die Auswirkungen des technologischen Wandels durchaus beherrschbar, wenn die Beschäftigten ausreichend qualifiziert werden.

Tatsächlich mache die „rasant wachsende Rechenleistung“ es möglich, nicht nur Routineaufgaben, sondern auch komplexere Jobs von Algorithmen erledigen zu lassen, schreiben die Wissenschaftler. Das Ausmaß dieser „Automatisierungspotenziale“ werde aber oft überschätzt. Je nach Methode kämen Studien auch zu dem Ergebnis, dass eher 10 als 50 Prozent der Arbeitsplätze gefährdet sind.

Zudem werde nicht jedes technische Potenzial zwingend ausgenutzt, so die Forscher. Zum Teil sei das nicht rentabel, zum Teil gebe es ethische oder rechtliche Hindernisse. Auch deswegen habe der digitale Wandel ein eher moderates Tempo, das den Beschäftigten Zeit zur Anpassung lasse. „Solange die Kompetenzen der Beschäftigten mit den sich verändernden Anforderungen Schritt halten, führen neue Technologien nicht zwingend zu Arbeitsplatzverlusten“, heißt es in der Studie. Darüber hinaus gebe es auch noch Produktivitätseffekte, die zu einer höheren Nachfrage führen. Außerdem lasse der technologische Fortschritt neue Tätigkeiten und Berufsbilder entstehen. 

Unter dem Strich seien laut dem aktuellen Stand der Forschung bislang keine oder allenfalls geringfügig negative Effekte auf die Gesamtbeschäftigung nachweisbar, stellen die Autoren fest. Die eigentliche Herausforderung bestehe nicht in einem drohenden „Ende der Arbeit“, sondern in einem tiefgreifenden Strukturwandel. Aufgabe der Gesellschaft sei es, zum einen sicherzustellen, dass Arbeitskräfte ausreichend Aus- und Weiterbildung erhalten. Zum anderen gelte es, die Nachteile für diejenigen zu begrenzen, die auch durch gezielte Qualifizierungsmaßnahmen nicht in der Lage sind, mit dem Wandel Schritt zu halten.

Melanie Arntz, Terry Gregory, Ulrich Zierahn: Digitalisierung und die Zukunft der Arbeit, Wirtschaftsdienst 13/2020

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