Bildungsverläufe und betriebliche Gatekeepingprozesse

Forschungsschwerpunkt: Bildung für und in der Arbeitswelt

Status: laufend

Projektende: 31.12.2020

Projektnummer: 2017-277-5

Projekttitel: Bildungsverläufe und betriebliche Gatekeepingprozesse

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Projektziel:

Gegenstand des Forschungsvorhabens ist eine detaillierte Analyse der Rolle von betrieblichen Gatekeepingprozessen bei der Integration von geringqualifizierten Jugendlichen (Hauptschüler*innen), insbesondere solchen mit Migrationshintergrund, in eine vollqualifizierende duale Ausbildung. Bestehende empirische Analysen zeigen, dass diese Jugendlichen beim Übergang nicht (nur) an ihren individuellen Defiziten scheitern, sondern vor allem an Diskreditierungsprozessen, bei denen Betriebe als Gatekeeper eine maßgebliche Rolle spielen. Vor dem Hintergrund dieser großen Bedeutung der Betriebe für die Integration in eine berufliche Ausbildung untersucht dieses Projekt, welche Mechanismen betriebliche Rekrutierungsprozesse genau strukturieren und inwieweit der Auswahl von Auszubildenden, insbesondere solchen mit Migrationshintergrund, auch Diskriminierungsprozesse zugrunde liegen.

 

Projektbeschreibung:

1. Kontext

Trotz sinkender Zahlen von Schulabgänger*innen, die „nur“ über einen Hauptschulabschluss verfügen, hat sich ihre Situation beim Übergang in eine berufliche Ausbildung nicht verbessert. Ihr Anteil an allen Neuzugängen ins duale System liegt 2014 bei 31% und ist tendenziell rückläufig; ihr Anteil im Übergangssystem ist dagegen ansteigend. Diese Situation trifft Jugendliche ausländischer Herkunft in besonderer Weise. Sie sind deutlich häufiger – bei gleichem Bildungsniveau – im Übergangssystem und dafür seltener als deutsche Jugendliche in einer vollqualifizierenden Ausbildung wiederzufinden. Zudem brauchen sie in der Regel länger, um einen Ausbildungsplatz zu finden. Vor dem Hintergrund demografisch bedingter Nachwuchsengpässe als auch der Herausforderung der gesellschaftlichen Integration von Menschen mit Migrationshintergrund stellt sich notwendigerweise die Frage nach den Berufsbildungsperspektiven dieser Schüler*innengruppen.


2. Fragestellung

Trotz der besonderen Rolle die Betrieben als Gatekeeper bei der Integration von gering qualifizierten Jugendlichen und Jugendlichen mit Migrationshintergrund in eine vollqualifizierende berufliche Ausbildung zukommt, ist bisher empirisch noch nicht umfassend geklärt, welche Mechanismen betriebliche Rekrutierungsprozesse genau strukturieren. Ziel des Forschungsvorhabens ist es, diese Forschungslücke zu schließen:

Scheitern die Jugendlichen an individuellen Defiziten oder an strukturellen Benachteiligungen?

Welche Merkmale werden von den Betrieben als Ausweis von Produktivität und Leistungsfähigkeit herangezogen? Welche Rolle spielen hier Schulnoten? Welche Rolle soziale Kompetenzen?

Aufgrund welcher Indikatoren werden die erwarteten Kompetenzen und Leistungen durch die Personalverantwortlichen der Betriebe ermittelt?

Inwiefern sind Einstellungsentscheidungen durch innerbetriebliche Organisationslogiken, zum Beispiel der Frage nach der Teampassung, strukturiert?


3. Untersuchungsmethoden

Im Rahmen des Forschungsvorhabens werden erstens quantitative Auswertungen eines Datensatz vorgenommen, der aufgrund seiner Struktur neue Analysepotenziale eröffnet, da er Betriebsdaten mit individuellen Längsschnittdaten verknüpft. Der Datensatz bietet damit eine einmalige Möglichkeit individuelle Bildungsverläufe und betriebliche Rekrutierungsprozesse im Zusammenhang zu analysieren und mögliche betriebliche Diskriminierungsprozesse aufzudecken. Die Ergebnisse der quantitativen Analysen werden zweitens in Experteninterviews mit den Personalverantwortlichen in den Betrieben gespiegelt.


 

Projektleitung und Bearbeiter/in:

Projektleitung:

Prof. Dr. Berthold Vogel
Soziologisches Forschungsinstitut Göttingen (SOFI) e.V. an der Georg-August-Universität
E-Mail: berthold.vogel(at)sofi.uni-goettingen.de

Prof. Dr. Bettina Kohlrausch
Universität Paderborn
Bildungssoziologie
E-Mail: bettina.kohlrausch(at)uni-paderborn.de


Bearbeiter/in:

Sophie Krug von Nidda
Universität Paderborn Fakultät für Kulturwissenschaften
Institut für Humanwissenschaften - Soziologie
E-Mail: sophie.krug.von.nidda(at)upb.de

 

Kontakt:

Dr. Michaela Kuhnhenne
Hans-Böckler-Stiftung
Abt. Forschungsförderung
E-Mail: michaela-kuhnhenne(at)boeckler.de

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