Solidaritätsfonds der Studienförderung

Stipendiatinnen und Stipendiaten unterstützen weltweite Solidaritätsarbeit

Seit 1973 unterstützt der Solidaritätsfonds (Solifonds) der Hans-Böckler-Stiftung nationale und internationale Solidaritätsarbeit. Gefördert werden Projekte mit einem emanzipatorischen Ansatz.


Entstehung

Als 1973 das Militär gegen die demokratisch gewählte Regierung Salvador Allendes in Chile putschte, begannen die Stipendiatinnen und Stipendiaten der Hans-Böckler-Stiftung die Solidaritätsarbeit für Chile zu unterstützen. Dafür wurde ein Solidaritätsfonds eingerichtet. Mit dem Ende der Militärdiktatur in Chile 1992 veränderte der Solidaritätsfonds seine Ausrichtung. Seitdem wird mit den Mitteln des Fonds nationale und internationale Solidaritätsarbeit gefördert, die emanzipatorische Ansätze mit den Schwerpunkten Bildung, Unterstützung demokratischer Strukturen und gewerkschaftlicher Aktivitäten hat.

Finanzierung

Die Finanzierung des Fonds erfolgt aus Spenden der StipendiatInnen und VertrauensdozentInnen. StipendiatInnen spenden etwa 1 % ihres Stipendiums, VertrauensdozentInnen Teile oder ihre gesamte Aufwandsentschädigung. Der Betrag aller eingegangenen Spenden der StipendiatInnen wird durch die Hans-Böckler-Stiftung verdoppelt. Das gesamte Budget des Fonds wird zu gleichen Teilen für inländische und ausländische Solidaritätsvorhaben verwendet, sprich: alle Spenden einschließlich der Verdoppelung des Spendenbetrages durch die Hans-Böckler-Stiftung kommen zu 100 % der Projektförderung zugute.

Förderkriterien

Grundsätzlich sind alle Projekte, die einen emanzipatorischen Ansatz aufweisen, förderungswürdig. Bei Auslandsprojekten unterstützen wir vorrangig die Bereiche Bildung, Gesundheit, Förderung demokratischer Strukturen und Gewerkschaftsarbeit. In der Bundesrepublik Deutschland unterstützen wir vornehmlich Projekte aus den Bereichen Antirassismus und Antifaschismus sowie Projekte zum Thema Antisemitismus und Auseinandersetzungen mit aktuellem gesellschaftspolitischem Bezug.

Antragsverfahren

Jede Stipendiatin, jeder Stipendiat und jede Stipendiatlnnengruppe, aber auch andere Personen oder Organisationen können einen Projektantrag stellen. Anträge können laufend an den Solidaritätsfonds gestellt werden. Die Sitzungen der Vergabekommission finden dreimal jährlich (i.d.R. Februar, Juli und Oktober) statt.

Antragsfristen

01. Januar
01. Mai
01. Oktober


Informationsbroschüre des Solidaritätsfonds (deutsch und englisch, pdf)
Das Nord-Süd-Netz des DGB-Bildungswerks


Projektbeispiele

Radio- und Reportagegeräte für Radio Peace in Winneba/Ghana

"Community radio needs your voice. Build your community with your voice", fordert der Community-Sender Radio Peace in Winneba, Ghana, seine Hörerinnen und Hörer auf, von deren Art es in Ghana trotz einer ausgeprägten Radiolandschaft (über 250 Sender) nicht zu viele gibt. Die Radiostation, die von einem ehemaligen Unabhängigkeitskämpfer und Sozialist geleitet wird, ist einem Graswurzelansatz verpflichtet und versucht auf lokaler Ebene, demokratische Strukturen zu fördern.

In dem 17-Millionen-Einwohner-Land zählt das Radio noch zu einem primären Medium, da die Analphabeten-Quote hoch ist und das Fernsehen nur drei Kanäle bietet. So genannte Call-Ins erlauben es den Zuhörenden, in einer Sendung mit zu diskutieren. Der mehrsprachige Ansatz schließt auch Sprachminderheiten nicht aus.
Das Programm besteht aus Themen wie Hunger, Gesundheitsversorgung oder Versuchen, regionale Konflikte einer Lösung zuzuführen. An dem Radioprojekt beteiligen sich insgesamt gut achtzig Menschen, nur drei davon erhalten eine Bezahlung. Die finanzielle und technische Ausstattung des Senders ist insgesamt sehr marode. Der Solifonds erstattet daher die Anschaffungskosten für die nötigste Investition: drei mobile Aufnahmegeräte, im Wert von 1070 €.



Bau eines Wassersystems in den bolivianischen Anden

Das "Sindication la Phia" ist eine gewerkschaftlich-indigene Basisorganisation und gehört der bolivianischen Landarbeitergewerkschaft CSUTCB an. Beide verfolgen das Ziel, einen gleichberechtigten Zugang zu der knappen Ressource "Wasser" in dem bäuerlichen Dorf La Phia zu gewährleisten. In Bolivien leiden ländliche, insbesondere indigene, Haushalte unter extremer Armut: der Zugang zu Gütern wie Wasser, Elektrizität und Gesundheitsversorgung ist häufig versperrt.

Zwei Jahre unter der Regierung von Evo Morales konnten diesen Mangel noch nicht beseitigen. Die Wasserknappheit in der Region mündet in einem regelrechten "Wasserkrieg". Die traditionelle Nutzung der Wasserquellen durch die Bauern wird ihnen durch städtische Unternehmen streitig gemacht - von Rechtsstreits über Wasserabzweigungen bis hin zu offener Gewalt scheinen letzteren alle Mittel geeignet.
Mit dem Bau des Wassersystems soll diese Konfliktlage entschärft werden und damit die Produktionsbedingungen verbessert sowie die Bodenerosion und der hohe Wasserverlust vermindert werden. Der Solifonds fördert dieses Vorhaben mit 4500 Euro.


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