Projektbeschreibung
Kontext
Mit der Unterzeichnung des Übereinkommens der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen (UN-BRK) verpflichtet sich Deutschland, sicherzustellen, dass Menschen mit Behinderungen gleichberechtigt den Zugang zu (beruflicher) Bildung (Art. 24) und die Möglichkeit erhalten, ihren Lebensunterhalt durch Arbeit zu verdienen, die in einem offenen, inklusiven und zugänglichen Arbeitsmarkt und Arbeitsumfeld frei gewählt oder angenommen wird (Art. 27, Abs. 1). Der Vorbereitung und Gestaltung von Übergängen von der Schule in den Beruf kommt eine große Bedeutung zu, da hier zentrale Weichen für erwerbsbiografische und gesellschaftliche Teilhabechancen gestellt werden. Vielen Jugendlichen mit ‚Behinderungen‘ gelingt kein stabiler Übergang von der Schule in die berufliche Ausbildung.
Fragestellung
Das Projekt geht der Frage nach, welche Barrieren im Übergang von der Schule in den Beruf die Zugangs- und Teilhabechancen für Jugendliche mit Behinderungen zum Arbeitsleben erschweren. Untersucht werden (1) die Anbahnung von Übergängen im Zuge der schulischen Berufsorientierung, (2) die Planung von Übergängen am Ende der Schulzeit sowie (3) die wohlfahrtsstaatliche Förderung von beruflicher Bildung und Beschäftigung bei Jugendlichen mit Behinderungen durch schulische und wohlfahrtsstaatliche Akteure. Durch die integrierende Analyse der in der Forschung häufig getrennt betrachteten Übergangsbereiche will das Projekt verstehen, inwiefern berufliche Bildungs- und Beschäftigungschancen im Regelsystem durch das Zusammenwirken von unterschiedlichen organisationalen Akteuren im Kontext von Behinderung eröffnet oder verschlossen werden.
Untersuchungsmethoden
Es wird eine qualitative Studie in zwei exemplarisch ausgewählten städtischen Regionen mit unterschiedlichen Schulsystemen und schulischen Inklusionsquoten unter Berücksichtigung verschiedener Kontextbedingungen zur Vorbereitung und Gestaltung beruflicher Übergänge im Kontext Behinderung durchgeführt. Nach einer Analyse einschlägiger Dokumente werden leitfadengestützte Expert:inneninterviews mit relevanten Akteuren schulischer und wohlfahrtsstaatlicher Organisationen geführt, die inhaltsanalytisch ausgewertet werden. Mittels kontrastierender Vergleiche werden die drei fokussierten Übergangsbereiche, die unterschiedlichen Akteurs-Gruppen sowie die beiden Untersuchungsregionen analysiert. Auf diese Weise werden sowohl organisations-, professions- und regionenspezifische, als auch übergreifende Logiken der Prozessierung von Entscheidungen im Kontext der Vorbereitung und Gestaltung des Übergangs Schule-Beruf im Kontext ‚Behinderung‘ sichtbar gemacht.