70 Jahre WSI

70 Jahre WSI 1990-1999 version 2

Foto: dpa / Heinz Hirndorf

1990 - 1999

Neue Herausforderungen, neuer Rahmen

Die deutsche Einheit war das bestimmende Ereignis der 1990er Jahre - auch für das WSI.

Zu den neuen Themen kam eine neue Anbindung: Seit 1995 gehört das Institut zur Hans-Böckler-Stiftung.


1990: Deutsche Einheit
1991: Das Thema Niedriglohn
1993: Das erste WSI-Herbstforum
1994: Online-Auftritt des Tarifarchivs
1995: Der erste WSI-Verteilungsbericht
1995: Eingliederung des WSI in die HBS
1997: Start der WSI-Betriebsräteberfragung
 
 

1990   Deutsche Einheit

Das politische Ereignis der 1990er Jahre – die deutsche Einigung – stellte vielfältige neue Anforderungen auch an das WSI.

Das Institut setzte ein von der Hans-Böckler-Stiftung gefördertes Sonderforschungsprojekt auf, das zahlreiche Analysen zu den wirtschaftlichen und sozialen Aspekten der deutschen Einigung vorlegte.

Eine Sonderausgabe der WSI-Mitteilungen präsentierte 1992 eine erste Zwischenbilanz der Ergebnisse.

WSI Mitteilungen 1992: Auf dem Weg zur Einheit (pdf)

 


 
Geschäftsführer des WSI war von 1992 bis 1994 Werner Meissner, der spätere Präsident der Goethe-Universität in Frankfurt am Main. Er bereitete maßgeblich die Eingliederung des WSI in die Hans-Böckler-Stiftung vor.

 

1991   Das Thema Niedriglohn

Wie verbreitet sind niedrige Arbeitseinkommen in der Bundesrepublik? Was ist ein gerechter „Arbeitslohn“? Mit dem Bericht an die Kommission der Europäischen Gemeinschaften nahm die Forschung zum Thema Niedriglohn und Lohnuntergrenzen am WSI im Jahr 1991 ihren Anfang. Die Expertise zum Thema Mindestlohn wurde in den Folgejahren zu einer Kernkompetenz des Instituts ausgebaut.

Aktuelle Forschung zum Mindestlohn am WSI


1993   Das erste WSI-Herbstforum

Marx und Keynes - Haben ihre Lehren noch Bedeutung? Unter dieser Überschrift startete 1993 das erste WSI-Herbstforum - ein Veranstaltungsformat, das seitdem fast jährlich Interessierte aus Wissenschaft, Gewerkschaften und Politik zur Diskussion einlädt. Die Themen spiegeln die breite Palette der WSI-Arbeit wieder.

Heise et al. (Hg.): Marx und Keynes und die Krise der Neunziger.
WSI Herbstforum 1993. Metropolis-Verlag.

Die WSI-Herbstforen im Überblick




1994   Online-Auftritt des Tarifarchivs

Das Tarifarchiv bietet eine große Fülle an Daten, Dokumenten, Hintergrundinformationen und Analysen zum Tarifgeschehen in Deutschland. Seit 1994 wird das Angebot online zur Verfügung gestellt - die Internetpräsentation wurde seitdem immer wieder optimiert.


                    Das Tarifarchiv: 1999

 

                    ... und 2016




 
 
 

1995   Der erste WSI-Verteilungsbericht

„... vieles [wird] über die ökonomische Lage Deutschlands behauptet, das häufig wenig mit der Realität zu tun hat und immer öfter auch das Gegenteil der empirisch nachprüfbaren Sachverhalte darstellt.“, so WSI-Forscher Claus Schäfer in der Einleitung zum ersten Verteilungsbericht des WSI, der 1995 veröffentlicht wurde. Der Bericht lieferte empirische Belege „gegen die verbreitete Behauptung und eine darauf fußende Politik, viele ökonomische wie soziale Probleme seien auf eine generell 'zu nivellierte' Einkommensverteilung zurückzuführen“.

Verteilung und soziale Ungleichheit sind bis heute ein zentrales Thema der Forschung am WSI. Am 10.10.2016 wurde der neueste WSI-Verteilungsbericht der Öffentlichkeit vorgestellt.

Soziale Polarisierung bei Einkommen und Vermögen. Entwicklung der Verteilung 1994 (pdf)
Soziale Mobilität nimmt weiter ab. WSI-Verteilungsbericht 2016. WSI Report 32/2016 (pdf)

Die WSI-Verteilungsberichte im Überblick
 
 
 

1995     Eingliederung des WSI in die HBS

Institutspolitisch war die Eingliederung des WSI in die Hans-Böckler-Stiftung zu Beginn des Jahres 1995 das einschneidende Ereignis. Überwiegend aus finanziellen Gründen hatte der DGB-Bundesvorstand beschlossen, auf diese Weise die in der Stiftung angesiedelte gewerkschaftliche Forschungsförderung und die Forschung des WSI zusammenzuführen. Die WSI-Belegschaft wurde dabei allerdings kräftig reduziert. Wissenschaftliche Direktorin wurde Heide Pfarr, sie leitete das Institut von 1995 bis 2011.

Zum 50. Geburtstag des Instituts erschien ein Sonderheft der WSI-Mitteilungen: „Wieviel Markt verträgt eine zivile Gesellschaft?“

WSI Mitteilungen 1997: Wieviel Markt verträgt eine zivile Gesellschaft? (pdf)


„Wichtig ist, die Unabhängigkeit des Instituts zu verteidigen und wirklich darauf zu achten, dass wissenschaftliche Arbeit gemacht wird – nur die wird akzeptiert.“

Heide Pfarr, Wissenschaftliche Direktorin
des WSI 1995-2011

 

 

1997    Start der WSI-Betriebsrätebefragung

Erstmals 1997 wurde eine repräsentative Stichprobe von Betriebs- und Personalräten aller Regionen und Wirtschaftsbereiche Deutschlands zu den Arbeitsbeziehungen in ihren Betrieben und Dienststellen befragt: Wie sieht die Realität in deutschen Betrieben aus? Wie üben Betriebsräte ihre Mitbestimmungsrechte aus? Wo gibt es (gesetzliche) Regelungsbedarfe?

Die Ergebnisse der ersten Befragung wurden 1998 in den WSI-Mitteilungen vorgestellt. Die WSI-Webseite gibt einen Überblick über alle Publikationen zur Betriebsrätebefragung.

 

Geschichte und aktuelle Befunde

 

 

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