70 Jahre WSI

1946-1949

1946 - 1949

Das WWI: Wissenschaft für den Neuaufbau

„Auf eine Demokratisierung der Wirtschaft
ist unsere Absicht gerichtet und auf Mitbestimmung der Arbeitnehmerschaft
in allem wirtschaftlichen Geschehen."


Hans Böckler, 1949


1946: Die Gründung des WWI
Die Gründungsväter
Die Themen der Anfangsjahre
1948: WWI-Mitteilungen: Die erste Ausgabe
 
 

1946   Die Gründung des WWI

Das heutige WSI wurde im März 1946 in Köln als „Wirtschaftswissenschaftliches Institut“ gegründet. Erster Geschäftsführer war Erich Potthoff, dem ersten Präsidium des WWI gehörten Hans Böckler, Viktor Agartz und Bruno Kuske an.

Dem zunächst beim „vorläufigen Ausschuß der Gewerkschaften“ in Nordhein-Westfalen, später beim DGB in der gesamten britischen Besatzungszone angesiedelten Institut wurde die Aufgabe gestellt, den Neuaufbau demokratischer Gewerkschaften, die Entwicklung wirtschaftlicher Neuordnungsvorstellungen und die Unterstützung der gewerkschaftlichen Position gegenüber den Arbeitgebern wissenschaftlich zu begleiten.
 

  „Die Aufgaben der Forschungsstelle werden zunächst von den Forderungen der Gewerkschaften nach Mitbestimmung in der Wirtschaft und nach ihrem Umbau durch Beseitigung der Monopole und Verstaatlichung der Schlüsselindustrien bestimmt, wofür die Grundsätze und Richtlinien für die Tagesarbeit zu erarbeiten sind.“

Erich Potthoff, 07.05.1946

 
Kurzes Memorandum über die Aufgaben und Besetzung der Planungs- und Forschungsstelle der Gewerkschaften (pdf)
 
 

Die Gründungsväter

       


     Hans Böckler
     (1875-1951)

„Als wir im Frühjahr 1946 ein gewerkschaftseigenes wirtschaftswissenschaftliches Institut schufen, war dies gewiss ein kühner Entschluss. Unser Unterfangen konnte sich auf keinerlei Vorbild und Beispiel berufen; wir waren tatsächlich das erste Land, in dem sich eine zentrale Gewerkschaftsorganisation entschloss, ihrer wirtschafts- und gewerkschaftspolitischen Arbeit einen festen wissenschaftlichen Unterbau zu geben.“

Hans Böckler (Geleitwort zum Tätigkeitsbericht des WWI 1946-1949)

 

     Viktor Agartz
     (1897-1964)
Erich Potthoff
(1914-2005)
Bruno Kuske     
(1876-1964)     

 
 

Die Themen der Anfangsjahre 
 

  • Ernährungs- und Landwirtschaft
  • Löhne und Preise
  • Sozialisierung
  • Planwirtschaft
  • Konzeptionelle Entwicklung der Unternehmensmitbestimmung
    (Erich Potthoff)

Das WWI sollte sich mit dem großen Thema der Nachkriegszeit, der demokratischen Neuordnung von Gesellschaft und Wirtschaft, befassen. Das Institut untersuchte aber auch die alltäglichen Lebensumstände der Arbeitnehmer und ihrer Familien und führte beispielsweise 1948 zwei große Haushaltsbucherhebungen durch. Mit den Ergebnissen argumentierte es gegen den bestehenden Lohnstopp.

1949 wurde das Statistische Taschenbuch „Deutschland in Zahlen“ veröffentlicht. Der Band versammelte erstmals Daten für alle Besatzungszonen, gedacht „für den praktischen Gebrauch in der wirtschaftspolitischen und gewerkschaftlichen Arbeit“. Das Zahlenwerk wurde mit kurzen Erläuterungen begleitet, um den Anspruch einzulösen, „das dargebotene  Zahlenmaterial auch demjenigen verständlich zu machen, der nur wenig mit Statistiken zu tun hat und der darum in der Regel auch nur wenig mit der Statistik im Sinn hat.“ (Erich Potthoff,  Vorbemerkung, in „Deutschland in Zahlen“)

Tätigkeitsbericht des WWI (Vorwort und Inhalt) 1946-1949 (pdf)
Deutschland in Zahlen. Statistisches Taschenbuch 1949 (Vorwort und Inhalt, pdf)

 
 

1948   WWI-Mitteilungen - die erste Ausgabe
 



 
Die erste Ausgabe der heutigen WSI-Mitteilungen erschien im Juli 1948. Unter dem schlichten Titel „Mitteilungen“ wurden zunächst unkommentierte statistische Informationen geliefert: über die Anzahl der Beschäftigten oder die Löhne in den Besatzungszonen.

Schon 1952 hatte sich die Publikation zu einer Monatszeitschrift entwickelt. An die Stelle purer Datenpräsentation waren vertiefende Analysen getreten.

In den Anfangsjahren waren es ausschließlich Wissenschaftler – und immerhin ab 1952 auch Wissenschaftlerinnen – des eigenen Hauses, die in den WWI-Mitteilungen publizierten. Seitdem haben sich Autorenschaft und Anspruch der Zeitschrift erheblich gewandelt.

WWI Mitteilungen Heft 1 1948 (pdf)
WWI/WSI-Mitteilungen 1948 - 2016

Bildnachweis: Böckler, Agartz, Potthoff: AdsD/Friedrich-Ebert-Stiftung; Kuske: Archiv der Universität Köln

 

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