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Die unterschiedliche Erwerbsbeteiligung von Menschen verschiedener Herkunftsregionen geht vor allem auf die je nach Nationalität sehr unterschiedliche Erwerbsintegration der Frauen zurück. Während die Erwerbstätigenquote der Rumäninnen bei 73,6 Prozent liegt, liegen die der Einwanderinnen aus den Ländern des Orients und Nordafrikas bei etwa 34 Prozent. Hier nicht weiter dokumentierte Analysen auf der Basis der Daten im Appendix zeigen überdies, dass der Anteil der geringfügigen Beschäftigung an der Gesamtbeschäftigung der Frauen im Vergleich der Nationalitäten mit sinkender Erwerbstätigenquote tendenziell steigt. In der obigen Abbildung wird das daran deutlich, dass etwa 28 Prozent der Gesamtbeschäftigung der Nordafrikanerinnen aus geringfügiger Beschäftigung besteht. In der Frauenerwerbstätigkeit insgesamt macht die geringfügige Beschäftigung nur knapp 13 Prozent aus.

Welchen Beitrag kann Erwerbstätigkeit zur Integration von Einwanderern leisten? Integration ist ein vielseitiges Konzept. Ein Einkommen, welches die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben ermöglicht, ist dabei eine wichtige Voraussetzung für die Integration. In der Tat hebt das Konzept der relativen Armut darauf ab, ob Menschen aufgrund finanzieller Restriktionen vom Leben in der Gesellschaft ausgegrenzt werden. Armutsquoten können daher ein Bild davon geben, inwiefern bei unterschiedlichen Einwanderergruppen eine Integration über den Arbeitsmarkt möglich ist. Die Armutsquoten von Menschen aus den Ländern des Orients und Nordafrikas sind mit 54,8 bzw. 41,1 Prozent enorm hoch. Erwerbstätigkeit kann jedoch auch bei Einwanderern einen Beitrag dazu leisten, Armut zu vermeiden und so gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen. Grundsätzlich zeigt sich, dass Erwerbstätige aus allen Herkunftsländern weniger von Armut betroffen sind als solche ohne eine Beschäftigung. Je höher die Erwerbstätigenquote einer Bevölkerungsgruppe, desto niedriger ist tendenziell ihre Armutsquote. Die Unterschiede der Erwerbsbeteiligung zwischen den unterschiedlichen Herkunftsregionen lassen sich überwiegend auf die Erwerbsbeteiligung der Frauen in der jeweiligen Herkunftsregion zurückführen. Dabei weisen insbesondere Frauen aus Nordafrika und den Ländern des Orients sehr niedrige Erwerbstätigenquoten auf. Wenn der Familiennachzug einsetzt, wird es daher darauf ankommen, die einwandernden Frauen in den Stand zu setzen, eine Erwerbstätigkeit aufzunehmen. Andernfalls ist zu befürchten, dass sich die dargelegten Muster bei der Erwerbstätigkeit und der Armut  fortschreiben.

Quelle
Statistisches Bundesamt (2015), Sonderauswertung des Mikrozensus, eigene Berechnungen


Anmerkungen
Frauen mit eigener Migrationserfahrung.

Die Region „Orient“ umfasst die Nationalitäten Irak, Iran, Syrien, Afghanistan und Pakistan. Diese Definition weicht damit von der Abgrenzung „Naher und Mittlerer Osten“ beim Statistischen Bundesamt ab.

„Insgesamt": Frauen mit und ohne Migrationserfahrung.

Erwerbstätigkeit: erwerbstätige Frauen aller Altersgruppen in Prozent der weiblichen Bevölkerung zwischen 15 und 64 Jahren.


Literatur
BAMF. 2011. Migranten am Arbeitsmarkt in Deutschland. Integrationsreport. Nürnberg: Bundesamt für Migration und Flüchtlinge.

Statistisches Bundesamt. Verschiedene Jahrgänge. Bevölkerung mit Migrationshintergrund - Ergebnisse des Mikrozensus. Fachserie 1 Reihe 2.2. Wiesbaden: Statistisches Bundesamt.

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