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In Baden-Württemberg liegt die Armutsquote der Kinder und Jugendlichen derzeit bei 12,7 Prozent und entspricht damit dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre. Obwohl auf Landesebene somit keine Verbesserung erzielt worden ist, bleibt Kinderarmut in Baden-Württemberg im Vergleich zum westdeutschen Durchschnitt sehr selten. Immerhin ist die Kinderarmut im Regierungsbezirk Tübingen von einem niedrigen Ausgangsniveau im Jahre 2005 (12,3 Prozent) recht kontinuierlich auf derzeit 10,5 Prozent zurückgegangen. Bayern ist es sogar gelungen, die Kinderarmutsquote im selben Zeitraum um ganze zwei Prozentpunkte auf nur noch 11,9 Prozent zu reduzieren. In Unterfranken ist der Rückgang besonders deutlich, weshalb der Regierungsbezirk nun mit einer Kinderarmutsquote von nur noch 12,4 Prozent zu den fünf Regionen mit einer Armutsquote unter 13 Prozent zählt. Die positive Entwicklung der Kinderarmutsquote in Tübingen und Unterfranken korrespondiert dabei mit einem jeweils weit überdurchschnittlichen Rückgang der Arbeitslosenquote. Auch die Stagnation der Kinderarmut in den übrigen Regionen Baden-Württembergs kann auf einen nur durchschnittlichen prozentualen Rückgang der Arbeitslosenquote zurückgeführt werden.


Weitere Erläuterungen


Armutsgrenze: Die Armutsgrenze liegt bei 60 Prozent des mittleren bedarfsgewichteten Nettoeinkommens der Bevölkerung in Privathaushalten. Im Falle einer Familie mit zwei Kindern unter 14 Jahren liegt die Armutsgrenze bei 1926 Euro.

bedarfsgewichtetes Einkommen: Das bedarfsgewichtete Einkommen, auch als Äquivalenzeinkommen bezeichnet, wird herangezogen, um die Einkommen unterschiedlich großer Haushalte vergleichbar zu machen. Dabei wird berücksichtigt, dass größere Haushalte zwar einen höheren Bedarf an Wohnraum, Lebensmitteln, Kleidung etc. haben, dass in bestimmten Lebensbereichen jedoch auch, z.B. durch die gemeinsame Nutzung von Küche und Bad, gemeinsame Versicherungen etc., geringere Pro-Kopf-Kosten anfallen als in einem Ein-Personen-Haushalt. Zudem wird davon ausgegangen, dass jüngere Kinder einen geringeren Bedarf als Erwachsene haben. Das Äquivalenzeinkommen ergibt sich aus der Summe der Einkommen aller Haushaltsmitglieder, welche anschließend durch einen Wert dividiert wird, der üblicherweise anhand der „neuen OECD-Äquivalenzskala“ bestimmt wird. Der ersten erwachsenen Person im Haushalt wird der Gewichtungsfaktor 1 zugewiesen. Um die Vorteile des gemeinsamen Wirtschaftens zu berücksichtigen, erhalten weitere Personen ab 14 Jahren ein Gewicht von 0,5. Kindern unter 14 Jahren wird ein Gewicht von 0,3 zugewiesen. Das Haushaltseinkommen einer Familie mit zwei Kindern unter 14 Jahren würde demnach durch den Wert 2,1 dividiert werden.

mittleres Einkommen: Das mittlere Einkommen, auch Medianeinkommen genannt, ist der Wert, der genau in der Mitte liegt, wenn alle Einkommen aufsteigend geordnet werden.

Nettohaushaltseinkommen: Das Nettohaushaltseinkommen ergibt sich aus den Gesamteinkünften aller Mitglieder eines Haushaltes nach Steuern und Sozialabgaben. Zu diesen Einkünften zählen u.a. das Arbeitnehmerentgelt, Unternehmens- und Vermögenseinkommen sowie staatliche Transferzahlungen und Mietersparnisse durch selbst genutztes Wohneigentum.

Quellen

Sonderauswertung Mikrozensus 2014, IT.NRW

 

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