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Die Bilanz für Nordrhein-Westfalen fällt hingegen unerfreulich aus: Im bevölkerungsreichsten Bundesland leben 684.000 der 2,47 Millionen armen Kinder in der Bundesrepublik. Dies entspricht einem Anteil von 27,7 Prozent der armen Kinder in Deutschland.

Die Armutsgefährdung der Kinder und Jugendlichen hat in allen fünf Regierungsbezirken des Landes zugenommen. Insgesamt ist die Kinderarmut in Nordrhein-Westfalen über die Zeit von 20,4 auf 23,6 Prozentpunkte angestiegen. Besonders deutlich fällt die negative Bilanz im Regierungsbezirk Münster aus: Dort ist das Armutsrisiko der Kinder und Jugendlichen stetig von 18,0 auf 23,6 Prozent geklettert. Der Regierungsbezirk Düsseldorf ist nach einem Anstieg der Kinderarmut um 3,3 Prozentpunkte in den vergangenen zehn Jahren die Region mit der zweithöchsten Kinderarmut in Westdeutschland.

Weitere Erläuterungen

Armutsgrenze: Die Armutsgrenze liegt bei 60 Prozent des mittleren bedarfsgewichteten Nettoeinkommens der Bevölkerung in Privathaushalten. Im Falle einer Familie mit zwei Kindern unter 14 Jahren liegt die Armutsgrenze bei 1926 Euro.

bedarfsgewichtetes Einkommen: Das bedarfsgewichtete Einkommen, auch als Äquivalenzeinkommen bezeichnet, wird herangezogen, um die Einkommen unterschiedlich großer Haushalte vergleichbar zu machen. Dabei wird berücksichtigt, dass größere Haushalte zwar einen höheren Bedarf an Wohnraum, Lebensmitteln, Kleidung etc. haben, dass in bestimmten Lebensbereichen jedoch auch, z.B. durch die gemeinsame Nutzung von Küche und Bad, gemeinsame Versicherungen etc., geringere Pro-Kopf-Kosten anfallen als in einem Ein-Personen-Haushalt. Zudem wird davon ausgegangen, dass jüngere Kinder einen geringeren Bedarf als Erwachsene haben. Das Äquivalenzeinkommen ergibt sich aus der Summe der Einkommen aller Haushaltsmitglieder, welche anschließend durch einen Wert dividiert wird, der üblicherweise anhand der „neuen OECD-Äquivalenzskala“ bestimmt wird. Der ersten erwachsenen Person im Haushalt wird der Gewichtungsfaktor 1 zugewiesen. Um die Vorteile des gemeinsamen Wirtschaftens zu berücksichtigen, erhalten weitere Personen ab 14 Jahren ein Gewicht von 0,5. Kindern unter 14 Jahren wird ein Gewicht von 0,3 zugewiesen. Das Haushaltseinkommen einer Familie mit zwei Kindern unter 14 Jahren würde demnach durch den Wert 2,1 dividiert werden.

mittleres Einkommen: Das mittlere Einkommen, auch Medianeinkommen genannt, ist der Wert, der genau in der Mitte liegt, wenn alle Einkommen aufsteigend geordnet werden.

Nettohaushaltseinkommen: Das Nettohaushaltseinkommen ergibt sich aus den Gesamteinkünften aller Mitglieder eines Haushaltes nach Steuern und Sozialabgaben. Zu diesen Einkünften zählen u.a. das Arbeitnehmerentgelt, Unternehmens- und Vermögenseinkommen sowie staatliche Transferzahlungen und Mietersparnisse durch selbst genutztes Wohneigentum.

Quellen

Sonderauswertung Mikrozensus 2014, IT.NRW

 

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