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In Ostdeutschland ist das Armutsrisiko der Kinder in den vergangenen zehn Jahren massiv gesunken und hat 2014 einen neuen Tiefstwert erreicht. Wiesen im Jahr 2005 noch acht der neun ostdeutschen NUTS-II-Regionen eine Kinderarmutsquote über 25 Prozent auf, waren es 2014 nur noch vier. Insgesamt fiel die Armutsquote der Kinder zwischen 2005 und 2014 von 29 auf 24,6 Prozent. Dies dürfte nicht zuletzt darauf zurückzuführen sein, dass die Arbeitslosenquote in allen Regionen des Ostens (mit Ausnahme Berlins) um mehr als zehn Prozentpunkte zurückgegangen ist.

Besonders deutlich zeigt sich dieser erfreuliche Trend im ehemaligen Regierungsbezirk Dresden, wo das Armutsrisiko der Kinder in den letzten zehn Jahren recht kontinuierlich um sechs Prozentpunkte auf 18,7 Prozent gesunken ist. Damit liegt das Armutsrisiko der Kinder in dieser Region sogar leicht unter dem Bundesdurchschnitt von 19,0 Prozent. Etwas weniger stetig war die Entwicklung in der ehemaligen Region Brandenburg-Südwest. Sprunghafte Veränderungen, wie sie in dieser Region zwischen 2011 und 2012 zu beobachten waren, lassen sich in der Regel darauf zurückführen, dass viele Menschen von einem Einkommen dicht an der Armutsgrenze leben. In einzelnen Regionen kann daher eine kleine Veränderung der bundesweiten Armutsgrenze erhebliche Auswirkungen auf den Anteil der armen Haushalte haben. Insgesamt ist die Kinderarmutsquote in Brandenburg-Südwest in den letzten zehn Jahren jedoch um über sechs Prozent zurückgegangen und hat sich damit sehr deutlich verringert.


Weitere Erläuterungen

Armutsgrenze: Die Armutsgrenze liegt bei 60 Prozent des mittleren bedarfsgewichteten Nettoeinkommens der Bevölkerung in Privathaushalten. Im Falle einer Familie mit zwei Kindern unter 14 Jahren liegt die Armutsgrenze bei 1926 Euro.

bedarfsgewichtetes Einkommen: Das bedarfsgewichtete Einkommen, auch als Äquivalenzeinkommen bezeichnet, wird herangezogen, um die Einkommen unterschiedlich großer Haushalte vergleichbar zu machen. Dabei wird berücksichtigt, dass größere Haushalte zwar einen höheren Bedarf an Wohnraum, Lebensmitteln, Kleidung etc. haben, dass in bestimmten Lebensbereichen jedoch auch, z.B. durch die gemeinsame Nutzung von Küche und Bad, gemeinsame Versicherungen etc., geringere Pro-Kopf-Kosten anfallen als in einem Ein-Personen-Haushalt. Zudem wird davon ausgegangen, dass jüngere Kinder einen geringeren Bedarf als Erwachsene haben. Das Äquivalenzeinkommen ergibt sich aus der Summe der Einkommen aller Haushaltsmitglieder, welche anschließend durch einen Wert dividiert wird, der üblicherweise anhand der „neuen OECD-Äquivalenzskala“ bestimmt wird. Der ersten erwachsenen Person im Haushalt wird der Gewichtungsfaktor 1 zugewiesen. Um die Vorteile des gemeinsamen Wirtschaftens zu berücksichtigen, erhalten weitere Personen ab 14 Jahren ein Gewicht von 0,5. Kindern unter 14 Jahren wird ein Gewicht von 0,3 zugewiesen. Das Haushaltseinkommen einer Familie mit zwei Kindern unter 14 Jahren würde demnach durch den Wert 2,1 dividiert werden.

mittleres Einkommen: Das mittlere Einkommen, auch Medianeinkommen genannt, ist der Wert, der genau in der Mitte liegt, wenn alle Einkommen aufsteigend geordnet werden.

Nettohaushaltseinkommen: Das Nettohaushaltseinkommen ergibt sich aus den Gesamteinkünften aller Mitglieder eines Haushaltes nach Steuern und Sozialabgaben. Zu diesen Einkünften zählen u.a. das Arbeitnehmerentgelt, Unternehmens- und Vermögenseinkommen sowie staatliche Transferzahlungen und Mietersparnisse durch selbst genutztes Wohneigentum.

Quellen

Sonderauswertung Mikrozensus 2014, IT.NRW

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