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Forschungsprojekt „Comparable Worth“

Blinde Flecken in der Ursachenanalyse des Gender Pay Gaps

In frauendominierten Berufen wird in der Regel deutlich schlechter verdient als in männerdominierten Berufen. Inwieweit verbergen sich dahinter Diskriminierungen in der Arbeitsbewertung aufgrund des Geschlechts? Im Projekt soll erstmals statistisch ermittelt werden, inwieweit derzeit auf dem deutschen Arbeitsmarkt ungleiches Entgelt für gleichwertige Arbeit (work of comparable worth) gezahlt wird und inwiefern insbesondere für Frauen dadurch Einkommensnachteile entstehen. Rein rechtlich muss nicht nur für die gleiche Arbeit, sondern auch für gleichwertige Arbeit in deutschen Betrieben bzw. im Geltungsbereich eines Tarifvertrags ein gleiches Entgelt gezahlt werden.

WSI Working Paper 205

DER „COMPARABLE WORTH“-INDEX ALS INSTRUMENT ZUR ANALYSE DES GENDER PAY GAP

Das Working Paper präsentiert einen neu entwickelten Maßstab, mit dem inhaltlich unterschiedliche Berufe geschlechtsneutral hinsichtlich ihrer Arbeitsanforderungen und Belastungen verglichen werden können. Der Index basiert auf Daten der BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung und ist geeignet, gleichwertige Berufe statistisch zu identifizieren.

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Dokumentation: Konferenz 08.04.2016, Duisburg-Essen

Entgeltgleichheit auf dem Prüfstand

Auch 40 Jahre nach dem Urteil des EuGH zur Entgeltgleichheit verdienen Frauen noch immer weniger als Männer – was sind die Ursachen? Expert/innen verschiedener wissenschaftlicher Disziplinen haben den aktuellen Forschungsstand aus unterschiedlichen theoretischen und methodischen Perspektiven sowie die daraus resultierenden politischen Handlungsansätze zur Reduzierung der Verdienstnachteile von Frauen diskutiert.

Vorträge zum Download

 

Forschungsfragen und theoretischer Ansatz des Projekts

Die Forschungsfragen ergeben sich vor dem theoretischen Hintergrund des „Comparable-Worth“-Ansatzes, der insbesondere inspiriert von der Geschlechtersoziologie von einer systematischen Unterbewertung weiblicher Erwerbsarbeit durch vergeschlechtlichte und diskriminierende Arbeitsbewertungen ausgeht. Bislang ist dieser Ansatz nicht umfassend statistisch überprüft worden. Empirisch wurden Unterbewertungen weiblicher Erwerbsarbeit bisher nur in Einzelfällen nachgewiesen. Ungeklärt ist, inwiefern und in welchem Umfang sie für den gesamten Gender Pay Gap relevant sind. Diese Forschungslücke versucht das Projekt zu schließen.

 


 
Insgesamt werden im Projekt zwei aufeinander aufbauende Projektbausteine bearbeitet.

 

 

Im Rahmen des ersten Bausteins wird anhand der BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung ein „Comparable Worth Index“ erstellt, der es ermöglicht, aus arbeitswissenschaftlicher Sicht und nach rechtlichen Standards gleichwertige Tätigkeiten zu identifizieren. Zur Erstellung des Index werden verschiedene Tätigkeitsaspekte berücksichtigt, wie z.B. psycho-soziale Anforderungen oder auch Anforderungen an das Wissen und Können. Der Index wird abschließend sowohl durch quantitative als auch qualitative Methoden validiert.

Aufbauend auf den Ergebnissen des ersten Projektbausteins sieht der zweite Baustein weiterführende multivariate Analysen anhand der Verdienststrukturerhebung vor. Zu diesem Zweck wird der erstellte „Comparable Worth Index“ den Daten der Verdienststrukturerhebung zugespielt. U.a. wird ein „Comparable Worth Gap“ berechnet, der beziffert, inwieweit die Verdienste von Frauen und Männern abweichen, die aus arbeitswissenschaftlicher Sicht gleichwertige Tätigkeiten ausüben.

Ziel des Projektes ist es, einen Beitrag zur Ursachenanalyse des Gender Pay Gaps zu leisten und insbesondere den Anteil der Arbeitsbewertung an den Entgeltunterschieden zu erforschen.


 

Projektleitung: Prof. Dr. Ute Klammer, Institut für Soziale Arbeit und Sozialpolitik, Universität Duisburg-Essen, Dr. Christina Klenner, Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Institut (WSI) in der Hans-Böckler-Stiftung

Projektbearbeitung: Sarah Lillemeier, Universität Duisburg-Essen [sarah.lillemeier at uni-due.de]


 

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