Wer leistet unbezahlte Arbeit?

Hobler, Dietmar / Klenner, Christina / Pfahl, Svenja / Sopp, Peter / Wagner, Alexandra

Hausarbeit, Kindererziehung und Pflege im Geschlechtervergleich ; Aktuelle Auswertungen aus dem WSI GenderDatenPortal. Reihe: WSI Report, Nr. 35.
Düsseldorf:  2017, ISSN: 2366-7079. 32 Seiten


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Kurzbeschreibung:


Obwohl die Erwerbstätigkeit von Frauen deutlich zugenommen hat, ist die unbezahlte häusliche Arbeit nach wie vor sehr ungleich zwischen Frauen und Männern verteilt. Hausarbeit, Kinderbetreuung und Pflege werden überwiegend von Frauen geleistet, wie Sonderauswertungen der Zeitverwendungserhebung 2012/13 zeigen. Auch wenn das Leitbild partnerschaftlicher Arbeitsteilung zunehmend Zustimmung findet, verwenden Frauen im Erwerbsalter in Deutschland 2,4-mal so viel Zeit für unbezahlte Fürsorgearbeit und das 1,6-fache für Hausarbeit wie vergleichbare Männer. Noch deutlicher sind die Unterschiede bei erwerbstätigen Frauen und Männern in Paarhaushalten mit Kindern. Hier sind die Frauen überwiegend teilzeitbeschäftigt und schultern den größten Teil der Hausund Fürsorgearbeit. Die geschlechtsspezifische Lücke bei der Haus- und Fürsorgearbeit besteht aber selbst zwischen vollzeitbeschäftigten Frauen und Männern.

Die Sorge für Kleinkinder ist weitgehend Frauensache: Da Mütter häufiger und länger Elterngeld beziehen als Väter entfällt mit über 90 Prozent der übergroße Anteil des Elternzeitvolumens, für den Elterngeld bezogen wird, auf Frauen. Die wachsendenNutzungsraten des Elterngeldes durch Väter zeigen, dass Männer zunehmend zumindest für eine kurze Zeit in die Sorge für Kleinkinder eingebunden sind. Auch die Pflege von Angehörigen leisten Frauen sowohl häufiger als auch intensiver als Männer. Sie stellen mit 2,35 Mio. Pflegepersonen fast zwei Drittel der jenigen, die unbezahlt Pflegearbeit leisten.

Rechnet man berufliche und unbezahlte häusliche Arbeit zusammen, so unterscheidet sich die Gesamtarbeitszeit für erwerbstätige Frauen und Männer nur wenig. Doch ist bei Männern (in Vollzeit) mit 73 Prozent der größte Teil der Gesamtarbeit bezahlte Arbeitszeit, wohingegen teilzeitbeschäftigte Frauen nur für 43 Prozent ihrer Gesamtarbeitszeit entlohnt werden und den größeren Teil unbezahlt leisten. Gleichstellungspolitik sollte daher berufliche Gleichstellung von Frauen mit Anreizen für eine Umverteilung von unbezahlter Arbeit hin zu Männern verknüpfen und für beide Geschlechter bessere Bedingungen für die Vereinbarkeit von Erwerbs-und Sorgearbeit schaffen.



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