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Wie in vielen anderen EU-Staaten hat sich die Einkommensungleichheit in Deutschland über die letzten 20 Jahre deutlich verstärkt. Zu den Ursachen dieser Entwicklung zählen die Ausweitung des Niedriglohnsektors, die Zunahme geringfügiger Beschäftigung, die Spreizung der Löhne und Gehälter, veränderte Haushaltsstrukturen und die wachsende Konzentration der Vermögen und der daraus resultierenden Kapitaleinkommen in einem sehr kleinen Anteil der Bevölkerung.

Analysen anhand des Gini-Koeffizienten als Maßzahl der Einkommensungleichheit zeigen, dass die seit den 1990er Jahren stetig steigende Ungleichheit der Markteinkommen ab 2005 stagnierte bzw. sogar leicht abnahm. Gründe sind eine höhere Erwerbsbeteiligung unter den unteren 40 Prozent der Einkommensbezieher sowie ein Rückgang der Vermögen in den oberen Einkommensgruppen, der auf die Finanzkrise zurückgeht. Zu etwas anderen Ergebnissen führt eine Betrachtung der Entwicklung der verfügbaren Einkommen (nach Besteuerung und Transfers), die nach 2005 kaum rückläufig war. Von einer Trendwende kann angesichts der allenfalls leicht reduzierten Ungleichheit der Markteinkommen seit 2005 noch nicht die Rede sein, zumal ein wesentlicher Grund für die Abnahme der Ungleichheit in geringeren Kapitalerträgen während der Finanzkrise zu finden ist. Die generell hoch konzentrierten Kapitalerträge zogen jedoch in den Jahren 2009 und 2010 deutlich wieder an.

Weitere Erläuterungen

Gini-Koeffizient: Der Gini-Koeffizient ist eine Maßzahl, die angibt, wie ungleich Vermögen oder Einkommen in einer Gesellschaft verteilt sind. Der Gini kann Werte zwischen 0 und 1 annehmen. Dabei steht der Wert 0 für die völlige Gleichverteilung. In diesem Fall würde jede Person über exakt gleich viel Einkommen bzw. Vermögen verfügen. Der Wert 1 steht für extreme Ungleichverteilung, d.h. das gesamte Vermögen bzw. Einkommen wäre in den Händen einer einzigen Person konzentriert.

Markteinkommen: Das Markteinkommen umfasst Einkommen aus Löhnen, Zinsen und andere Kapitaleinkünfte sowie Mietersparnisse durch selbst genutztes Wohneigentum, ohne Berücksichtigung von Steuern, Sozialabgaben und Sozialtransfers.

verfügbares Einkommen: Das verfügbare Einkommen gibt an, wie hoch das Einkommen eines Haushalts nach Steuern, Sozialabgaben und Sozialtransfers ist.

Weiterführende Literatur

Brenke, K./Grabka, M. (2011): Schwache Lohnentwicklung im letzten Jahrzehnt, DIW Wochenbericht Nr. 45/2011.

Grabka, M./Goebel, J./Schupp, J. (2012): Höhepunkt der Einkommensungleichheit in Deutschland überschritten? DIW Wochenbericht Nr. 43/2012.

Unger, B./Bispinck, R./Pusch, T./Seils, E./Spannagel, D. (2013): Verteilungsbericht 2013: Trendwende noch nicht erreicht. WSI Report 10, Nov. 2013.

 

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