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Die Bruttolöhne und -gehälter in Deutschland sind seit 2009 kontinuierlich gestiegen. 2016 lagen sie real (preisbereinigt) 6,0 Prozent über dem Niveau der Jahrtausendwende. Deutlich stärker haben sich die Tarif¬löhne und ge¬¬häl¬ter entwickelt. Sie waren 2016 real um 15,7 Prozent höher als im Jahr 2000.

Die Löhne und Gehälter werden für einen Großteil der Arbeitnehmer/-innen in Deutschland durch Tarifverträge festgelegt. Die Tarifbindung der Beschäftigten beträgt aktuell rund 58 Prozent. Deswegen kommt der Entwicklung der Tarifvergütungen eine große Bedeutung für die Entwicklung der tatsächlich gezahlten Verdienste zu. Die realen (um die Verbraucherpreisentwicklung bereinigten) Tarifvergütungen und Bruttolöhne und -gehälter entwickelten sich dennoch unterschiedlich. Dazu trugen verschiedene Faktoren bei:
 

  1. Die Tarifbindung ist seit Ende der 1990er Jahre rückläufig, der Anteil der Arbeitgeber, die nicht an die Zahlung der vereinbarten Tariferhöhungen gebunden ist, hat zugenommen.
  2. Hinzu kommt, dass Unternehmen in wirtschaftlichen Schwierigkeiten tarifliche Öffnungsklauseln nutzten. Daher schlugen Steigerungen bei den Tariflöhnen nur zum Teil auf die Bruttoverdienste durch.
  3. Unternehmen haben übertarifliche Lohnbestandteile abgebaut.
  4. Die Beschäftigtenstruktur hat sich verändert, Teilzeit- und Minijobs haben stark zugenommen, und der Anteil der gering bezahlten Beschäftigten (Niedriglohnsektor) ist deutlich gestiegen.

Die erheblichen Verluste, die in den 2000er Jahren aufgelaufen waren, konnten trotz des Lohnanstiegs der letzten Jahre bis 2013 nicht ausgeglichen werden. Schwierige wirtschaftliche Rahmenbedingungen und die Deregulierung am Arbeitsmarkt hatten dazu beigetragen, dass sich die Arbeitseinkommen in dieser Zeit schwach entwickelten. So verstärkten die Hartz-Reformen den Druck auf die Verdienste. Immerhin wurde der Rückstand abgebaut und 2014 wettgemacht. Zwischen 2000 und 2014 ist in den meisten Jahren eine negative Lohndrift zu beobachten. Das heißt: Die Bruttoeinkommen, in die unter anderem auch die Löhne der nicht nach Tarif bezahlten Arbeitnehmer/-innen einfließen, blieben hinter den Tarifeinkommen zurück. In den Jahren 2015 und 2016 war die Entwicklung hingegen fast identisch.

Weitere Erläuterungen

Bruttoverdienst: Der Bruttoverdienst umfasst den regelmäßig gezahlten steuerpflichtigen Arbeitslohn sowie Sonderzahlungen und steuerfreie Zuschläge z.B. für Nacht- und Schichtarbeit. Er wird oft als durchschnittlicher Bruttomonats- oder Bruttostundenverdienst ausgewiesen.

Lohndrift: Der Bruttoverdienst umfasst den regelmäßig gezahlten steuerpflichtigen Arbeitslohn sowie Sonderzahlungen und steuerfreie Zuschläge z.B. für Nacht- und Schichtarbeit. Er wird oft als durchschnittlicher Bruttomonats- oder Bruttostundenverdienst ausgewiesen.

Tarifvergütung: Der Ausdruck bezeichnet die in Tarifverträgen zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern bzw. Arbeitgeberverbänden vereinbarten Löhne und Gehälter. Neben der tariflichen Grundvergütung gibt es auch tarifliche Zulagen und Zuschläge (z.B. Zuschläge für Mehrarbeit, Schichtarbeit, Leistungszulagen). Einen rechtlichen Anspruch darauf haben nur die Mitglieder der tarifvertragsschließenden Gewerkschaften. In vielen tarifgebundenen Betrieben erhalten jedoch auch die nicht gewerkschaftlich organisierten Beschäftigten die Tarifvergütung, weil die Arbeitgeber einen Anreiz zum Gewerkschaftsbeitritt vermeiden wollen.

Quellen

Statistisches Bundesamt - Verdienste und Arbeitskosten
WSI-Tarifarchiv – Entwicklung der Tarifverdienste
 

 

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