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In Ostdeutschland ist die Ungleichheit deutlich stärker ausgeprägt als im Westen. 2002 lag der Gini-Koeffizient der Vermögensverteilung für Deutschland als Ganzes bei 0,78. Für das Jahr 2007 belegt der Gini einen deutlichen Anstieg der Vermögensungleichheit um 0,2 Punkte auf ein Niveau von 0,8. Dieser Anstieg zeigt sich in West- auch wie in Gesamtdeutschland, während in Ostdeutschland das Ausmaß der Ungleichheit bei 0,82 stabil bleibt. Zum Jahr 2012 fällt die Vermögensungleichheit auf deutlich unter 0,8 ab. Dieser Rückgang ist sicher zu einem großen Teil auf die Auswirkungen der Wirtschafts- und Finanzkrise zurückzuführen und muss nicht bedeuten, dass damit der allgemeine Trend der wachsenden Ungleichverteilung der Vermögen zu einem Ende gekommen ist.

Weitere Erläuterungen


Gini-Koeffizient: Der Gini-Koeffizient ist eine Maßzahl, die angibt, wie ungleich Vermögen oder Einkommen in einer Gesellschaft verteilt sind. Der Gini kann Werte zwischen 0 und 1 annehmen. Dabei steht der Wert 0 für die völlige Gleichverteilung. In diesem Fall würde jede Person über exakt gleich viel Einkommen bzw. Vermögen verfügen. Der Wert 1 steht für extreme Ungleichverteilung, d.h. das gesamte Vermögen bzw. Einkommen wäre in den Händen einer einzigen Person konzentriert.

Nettovermögen: Das Nettovermögen einer Person oder eines Haushalts setzt sich üblicherweise aus folgenden Vermögensarten zusammen: Geld- und Immobilienvermögen, Betriebsvermögen und Sachvermögen wie z.B. wertvolle Gemälde oder teurer Schmuck. Davon werden alle Schulden und Verbindlichkeiten wie z.B. Kredite oder Hypotheken abgezogen.

Leider gibt es in Deutschland keine umfassenden Daten zur Verteilung der Vermögen. Bei der verwendeten Datenquelle, dem Sozio-oekonomischen Panel (SOEP), werden Vermögensdaten nur alle fünf Jahre erhoben. Eine kontinuierliche jährliche Entwicklung der Vermögensverteilung lässt sich deshalb nicht nachzeichnen.

Quellen

Grabka, M.M. / Westermeier, C. (2014): Anhaltend hohe Vermögensungleichheit in Deutschland. In: DIW-Wochenbericht 9/2014, S. 151-164.
 

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