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Kinder sind in Deutschland überdurchschnittlich häufig von Armut betroffen. Die Armutsquote von Kindern unter 18 Jahren lag im Zeitraum 2005–2016 durchgehend deutlich über der der Gesamtbevölkerung. 2005 lebten 19,5 Prozent aller Kinder unterhalb der Armutsgrenze, somit 4,8 Prozentpunkte mehr als im Bevöl-kerungsdurchschnitt. In den vergangenen Jahren näherten sich die Armutsquoten einander tendenziell an: So lag die Kinderarmutsquote 2015 nur noch 4,0 Prozentpunkte über der Gesamtarmutsquote. Dies geht vorwiegend auf eine höhere Armutsquote in der Gesamtbevölkerung zurück. 2016 stieg die Differenz wieder auf 4,5 Prozentpunkte. Der Anstieg der Kinderarmut in den Jahren 2015 und 2016 ist vor allem auf die Flüchtlingszuwanderung zurückzuführen.

Ältere Menschen ab 65 Jahren sind hingegen seltener arm als die Durchschnittsbevölkerung. Jedoch zeigt sich eine steigende Tendenz: Während der Anteil der älteren Menschen, die von Armut betroffen waren, im Jahr 2005 bei 11 Prozent und damit 3,7 Prozentpunkte unterhalb des Bevölkerungsdurchschnitts lag, näherte sich die Altersarmutsquote in den letzten Jahren immer mehr der Gesamtbevölkerung an und erreichte 2016 14,8 Prozent. Damit betrug der Abstand zur Armutsquote der Gesamtbevölkerung nur noch einen Prozentpunkt.

Weitere Erläuterungen


Armutsgrenze: Die Armutsgrenze liegt bei 60 Prozent des mittleren bedarfsgewichteten Nettoeinkommens der Bevölkerung in Privathaushalten.

Armutsquote: Die Armutsquote ist der Anteil von Personen an der Gesamtbevölkerung, deren Einkommen unterhalb der 60 Prozent-Armutsgrenze liegt.

bedarfsgewichtetes Einkommen: Das bedarfsgewichtete Einkommen, auch als Äquivalenzeinkommen bezeichnet, wird herangezogen, um die Einkommen unterschiedlich großer Haushalte vergleichbar zu machen. Dabei wird berücksichtigt, dass größere Haushalte zwar einen höheren Bedarf an Wohnraum, Lebensmitteln, Kleidung etc. haben, dass in bestimmten Lebensbereichen jedoch auch, z.B. durch die gemeinsame Nutzung von Küche und Bad, gemeinsame Versicherungen etc., geringere Pro-Kopf-Kosten anfallen als in einem Ein-Personen-Haushalt. Zudem wird davon ausgegangen, dass jüngere Kinder einen geringeren Bedarf als Erwachsene haben. Das Äquivalenzeinkommen ergibt sich aus der Summe der Einkommen aller Haushaltsmitglieder, welche anschließend durch einen Wert dividiert wird, der üblicherweise anhand der „neuen OECD-Äquivalenzskala“ bestimmt wird. Der ersten erwachsenen Person im Haushalt wird der Gewichtungsfaktor 1 zugewiesen. Um die Vorteile des gemeinsamen Wirtschaftens zu berücksichtigen, erhalten weitere Personen ab 14 Jahren ein Gewicht von 0,5. Kindern unter 14 Jahren wird ein Gewicht von 0,3 zugewiesen. Das Haushaltseinkommen einer Familie mit zwei Kindern unter 14 Jahren würde demnach durch den Wert 2,1 dividiert werden.

Einkommensarmut: Als einkommensarm gelten Personen, deren bedarfsgewichtetes Einkommen unterhalb der Armutsgrenze liegt, d.h. weniger als 60 Prozent des mittleren bedarfsgewichteten Nettoeinkommens der Bevölkerung in Privathaushalten beträgt. Dabei handelt es sich um ein relatives Armutsmaß, da es sich – in Abgrenzung zur absoluten Armut – am üblichen Lebensstandard einer Gesellschaft orientiert und nicht durch das Unterschreiten des absoluten Existenzminimums gekennzeichnet ist.

mittleres Einkommen: Das mittlere Einkommen, auch Medianeinkommen genannt, ist der Wert, der genau in der Mitte liegt, wenn alle Einkommen aufsteigend geordnet werden.

Nettohaushaltseinkommen: Das Nettohaushaltseinkommen ergibt sich aus den Gesamteinkünften aller Mitglieder eines Haushaltes nach Steuern und Sozialabgaben. Zu diesen Einkünften zählen u.a. das Arbeitnehmerentgelt, Unternehmens- und Vermögenseinkommen sowie staatliche Transferzahlungen und Mietersparnisse durch selbst genutztes Wohneigentum.

Quellen

Statistisches Bundesamt: Amtliche Sozialberichterstattung des Bundes und der Länder
 

 

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