Download Grafik (gif)
Download Daten (xls)
Download Grafik, Daten, Erläuterungen (pdf)

Im Jahr 2016 lebten 15,7 Prozent aller Personen in Deutschland in Armut. Die Armutsquote lag 2005 bei 14,7 Prozent und fiel 2006 auf 14 Prozent ab. In den Folgejahren stieg sie geringfügig, aber stetig. Lediglich 2010 sank die Quote minimal um 0,1 Prozentpunkte. Diese positive Entwicklung wurde jedoch im darauffolgenden Jahr wieder aufgehoben, als sich die Quote wieder um 0,6 Prozentpunkte erhöhte. Von 2011 auf 2012 blieb die Quote im Wesentlichen stabil, stieg bis 2014 aber wieder um 0,4 Prozentpunkte. Trotz der günstigen wirtschaftlichen Entwicklung ist die Armutsquote 2015 im Vergleich zum Vorjahr um weitere 0,3 Prozentpunkte auf 15,7 Prozent geklettert und hat damit einen neuen Höchststand erreicht. Dieser kleine Anstieg der Armutsquote ist darauf zurückzuführen, dass sich mit der Flüchtlingszuwanderung die Armutsquote der Bevölkerung mit Migrationshintergrund deutlich erhöht hat.

Auch über 25 Jahre nach der Wiedervereinigung fallen die Armutsquoten in Ost- und Westdeutschland deutlich unterschiedlich aus. Der Abstand zwischen den neuen und alten Bundesländern wird jedoch allmählich geringer, was vor allem auf die steigende Einkommensarmut in Westdeutschland zurückzuführen ist, aber auch auf die relativ konstante Armutsquote in Ostdeutschland. Daraus resultiert eine geringfügige, über die Zeit aber weitgehend stetige Angleichung der Armutsquoten in Ost und West. Lag die Differenz im Jahr 2005 noch bei 7,2 Prozentpunkten und im Jahr 2009 bei 6,2 Prozentpunkten, so betrug sie im Jahr 2015 nur noch 5,0 Prozentpunkte. Von 2015 auf 2016 gab es eine vergleichsweise starke Angeleichung um 1,4 Prozentpunkte, sodass die Differenz 2016 noch 3,6 Prozentpunkte betrug. Das entspricht einer Angleichung innerhalb der letzten elf Jahre um 3,6 Prozentpunkte.

Weitere Erläuterungen

Armutsgrenze: Die Armutsgrenze liegt bei 60 Prozent des mittleren bedarfsgewichteten Nettoeinkommens der Bevölkerung in Privathaushalten.

Armutsquote: Die Armutsquote ist der Anteil von Personen an der Gesamtbevölkerung, deren Einkommen unterhalb der 60 Prozent-Armutsgrenze liegt.

bedarfsgewichtetes Einkommen: Das bedarfsgewichtete Einkommen, auch als Äquivalenzeinkommen bezeichnet, wird herangezogen, um die Einkommen unterschiedlich großer Haushalte vergleichbar zu machen. Dabei wird berücksichtigt, dass größere Haushalte zwar einen höheren Bedarf an Wohnraum, Lebensmitteln, Kleidung etc. haben, dass in bestimmten Lebensbereichen jedoch auch, z.B. durch die gemeinsame Nutzung von Küche und Bad, gemeinsame Versicherungen etc., geringere Pro-Kopf-Kosten anfallen als in einem Ein-Personen-Haushalt. Zudem wird davon ausgegangen, dass jüngere Kinder einen geringeren Bedarf als Erwachsene haben. Das Äquivalenzeinkommen ergibt sich aus der Summe der Einkommen aller Haushaltsmitglieder, welche anschließend durch einen Wert dividiert wird, der üblicherweise anhand der „neuen OECD-Äquivalenzskala“ bestimmt wird. Der ersten erwachsenen Person im Haushalt wird der Gewichtungsfaktor 1 zugewiesen. Um die Vorteile des gemeinsamen Wirtschaftens zu berücksichtigen, erhalten weitere Personen ab 14 Jahren ein Gewicht von 0,5. Kindern unter 14 Jahren wird ein Gewicht von 0,3 zugewiesen. Das Haushaltseinkommen einer Familie mit zwei Kindern unter 14 Jahren würde demnach durch den Wert 2,1 dividiert werden.

Einkommensarmut: Als einkommensarm gelten Personen, deren bedarfsgewichtetes Einkommen unterhalb der Armutsgrenze liegt, d.h. weniger als 60 Prozent des mittleren bedarfsgewichteten Nettoeinkommens der Bevölkerung in Privathaushalten beträgt. Dabei handelt es sich um ein relatives Armutsmaß, da es sich – in Abgrenzung zur absoluten Armut – am üblichen Lebensstandard einer Gesellschaft orientiert und nicht durch das Unterschreiten des absoluten Existenzminimums gekennzeichnet ist.

mittleres Einkommen: Das mittlerehttp://www.amtliche-sozialberichterstattung.de/A1armutsgefaehrdungsquoten.html Einkommen, auch Medianeinkommen genannt, ist der Wert, der genau in der Mitte liegt, wenn alle Einkommen aufsteigend geordnet werden.

Nettohaushaltseinkommen: Das Nettohaushaltseinkommen ergibt sich aus den Gesamteinkünften aller Mitglieder eines Haushaltes nach Steuern und Sozialabgaben. Zu diesen Einkünften zählen u.a. das Arbeitnehmerentgelt, Unternehmens- und Vermögenseinkommen sowie staatliche Transferzahlungen und Mietersparnisse durch selbst genutztes Wohneigentum.

Quellen

Statistisches Bundesamt
 

WSI Verteilungsmonitor Startseite

X

Hinweis zur Nutzung von Cookies auf dieser Website

Dieses Portal verwendet Cookies zur Optimierung der Browserfunktion. Die Cookie-Einstellungen für diese Website sind auf „alle Cookies zulassen“ festgelegt. Wenn Sie fortsetzen bzw. diesen Hinweis schließen, ohne Ihre Einstellungen zu ändern, stimmen Sie diesen zu.



Mehr Informationen zu Cookies