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Das private Vermögen ist in Deutschland deutlich ungleicher verteilt als das verfügbare Einkommen. Die Vermögensungleichheit verharrt seit 2002 auf hohem Niveau. Der Gini-Koeffizient für das pro-Kopf-Haushaltsnettovermögen betrug für das Jahr 2002 0,730, stieg für das Jahr 2007 auf 0,735 und ging dann wieder auf 0,731 im Jahr 2012 zurück. Die Einkommensungleichheit ist seit Beginn der 2000er Jahre gestiegen. Im Jahr 2000 betrug der Gini-Koeffizient für das bedarfsgewichtetet Nettohaushaltseinkommen 0,255, im Jahr 2014 sind es 0,290.

Weitere Erläuterungen


Gini-Koeffizient: Der Gini-Koeffizient ist eine Maßzahl, die angibt, wie ungleich Vermögen oder Einkommen in einer Gesellschaft verteilt sind. Der Gini kann Werte zwischen 0 und 1 annehmen. Dabei steht der Wert 0 für die völlige Gleichverteilung. In diesem Fall würde jede Person über exakt gleich viel Einkommen bzw. Vermögen verfügen. Der Wert 1 steht für extreme Ungleichverteilung, d.h. das gesamte Vermögen bzw. Einkommen wäre in den Händen einer einzigen Person konzentriert.

Haushaltsnettovermögen: Das Nettovermögen eines Haushalts setzt sich üblicherweise aus folgenden Vermögensarten zusammen: Geld- und Immobilienvermögen, Betriebsvermögen und Sachvermögen wie z.B. wertvolle Gemälde oder teurer Schmuck. Davon werden alle Schulden und Verbindlichkeiten wie z.B. Kredite oder Hypotheken abgezogen. Leider gibt es in Deutschland keine umfassenden Daten zur Verteilung der Vermögen. Bei der verwendeten Datenquelle, dem Sozio-oekonomischen Panel (SOEP), werden Vermögensdaten nur alle fünf Jahre erhoben. Eine kontinuierliche jährliche Entwicklung der Vermögensverteilung lässt sich deshalb nicht nachzeichnen.

pro-Kopf-Haushaltsnettovermögen: Das pro-Kopf-Haushaltsnettovermögen gewichtet das vorhandene Nettovermögen eines Haushaltes mit der Anzahl der im Haushalt lebenden Personen.

Nettohaushaltseinkommen: Das Nettohaushaltseinkommen ergibt sich aus den Gesamteinkünften aller Mitglieder eines Haushaltes nach Steuern und Sozialabgaben. Zu diesen Einkünften zählen u.a. das Arbeitnehmerentgelt, Unternehmens- und Vermögenseinkommen sowie staatliche Transferzahlungen und Mietersparnisse durch selbst genutztes Wohneigentum.

bedarfsgewichtetes Nettohaushaltseinkommen: Das bedarfsgewichtete Einkommen, auch als Äquivalenzeinkommen bezeichnet, wird herangezogen, um die Einkommen unterschiedlich großer Haushalte vergleichbar zu machen. Dabei wird berücksichtigt, dass größere Haushalte zwar einen höheren Bedarf an Wohnraum, Lebensmitteln, Kleidung etc. haben, dass in bestimmten Lebensbereichen jedoch auch, z.B. durch die gemeinsame Nutzung von Küche und Bad, gemeinsame Versicherungen etc., geringere Pro-Kopf-Kosten anfallen als in einem Ein-Personen-Haushalt. Zudem wird davon ausgegangen, dass jüngere Kinder einen geringeren Bedarf als Erwachsene haben. Das Äquivalenzeinkommen ergibt sich aus der Summe der Einkommen aller Haushaltsmitglieder, welche anschließend durch einen Wert dividiert wird, der üblicherweise anhand der „neuen OECD-Äquivalenzskala“ bestimmt wird. Der ersten erwachsenen Person im Haushalt wird der Gewichtungsfaktor 1 zugewiesen. Um die Vorteile des gemeinsamen Wirtschaftens zu berücksichtigen, erhalten weitere Personen ab 14 Jahren ein Gewicht von 0,5. Kindern unter 14 Jahren wird ein Gewicht von 0,3 zugewiesen. Das Haushaltseinkommen einer Familie mit zwei Kindern unter 14 Jahren würde demnach durch den Wert 2,1 dividiert werden.

Quellen

SOEP Welle 18-32; eigene Berechnungen

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