Konsumsicherung nach Vermögensdezilen

 

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Die Haushalte werden nach der Höhe ihres aktuellen Vermögens angeordnet und das Konsumsicherungsniveau wird für die einzelnen Dezile berechnet. Es zeigt sich: Die Konsumsicherung steigt sowohl im Durchschnitt als auch im Median mit (fast) jedem Vermögensdezil. Das heißt, dass mit steigenden materiellen Ressourcen die Haushalte länger ihr aktuelles Konsumniveau sichern können.

Sowohl das durchschnittliche Konsumniveau als auch der Median steigen ebenfalls mit der Höhe des Vermögens. Haushalte mit mehr materiellen Ressourcen geben also auch im Mittel mehr Geld für Konsumzwecke aus, könnten aber ihr Konsumniveau bei Einkommensausfall trotzdem länger halten als Haushalte mit weniger materiellen Ressourcen. Haushalte mit weniger materiellen Ressourcen wiederum geben im Mittel weniger Geld für Konsumzwecke aus und könnten trotzdem ihr Konsumniveau bei Einkommensausfall deutlich kürzer halten als Haushalte mit mehr materiellen Ressourcen. Es finden sich in allen Dezilen natürlich auch Haushalte wieder, die ein vergleichsweise hohes Konsumniveau haben und deshalb nur vergleichsweise kurz ihren aktuellen Konsum sichern könnten. Umgekehrt gibt es in der oberen Hälfte der Verteilung Haushalte, die bis an ihr Lebensende ihren aktuellen Konsum durch ihr Vermögen sichern könnten. Deshalb wird auch nicht der höchste Wert des jeweiligen Dezils ausgewertet (dieser wäre ja dann häufig 100 Jahre), sondern der Durchschnitt bzw. der Median.

Haushalte, die zu den oberen 10 % der Vermögensstärksten zählen, könnten durchschnittlich über 24 Jahre ihr aktuelles Konsumniveau halten. Der Median der oberen 10 % liegt bei über 16 Jahren. Die unteren 30 % der Haushalte besitzen kein nennenswertes Vermögen und somit permanent auf ihr Einkommen angewiesen sind.


Weitere Erläuterungen

Für die Annahmen zur Berechnung, wie lange das Vermögen zur Sicherung des Konsums ausreicht siehe Verteilungsbericht 2017, S. 3, Infobox 1 zur Berechnungsgrundlage und dem methodischen Vorgehen

Konsum: Der Konsum umfasst alle Haushaltsausgaben für Güter und Dienstleistungen, also z. B. Lebensmittel, Strom oder Friseurbesuche. Er ergibt sich aus dem verfügbaren Einkommen minus der Spar- und Tilgungsleistungen zum Vermögensaufbau – dies sind zum Beispiel Überweisungen auf ein Sparbuch oder in einen Fond bzw. das Abbezahlen einer Hypothek auf einer Immobilie.

Konsumsicherungsniveau: Das Konsumsicherungsniveau entspricht dem aktuell vorhandenen Nettovermögen geteilt durch den aktuellen jährlichen Konsum.

Nettohaushaltseinkommen: Das Nettohaushaltseinkommen ergibt sich aus den Gesamteinkünften aller Mitglieder eines Haushaltes nach Steuern und Sozialabgaben. Zu diesen Einkünften zählen u.a. das Arbeitnehmerentgelt, Unternehmens- und Vermögenseinkommen sowie staatliche Transferzahlungen und Mietersparnisse durch selbst genutztes Wohneigentum.

Nettovermögen: Das Nettovermögen einer Person oder eines Haushalts setzt sich üblicherweise aus folgenden Vermögensarten zusammen: Geld- und Immobilienvermögen, Betriebsvermögen und Sachvermögen wie z.B. wertvolle Gemälde oder teurer Schmuck. Davon werden alle Schulden und Verbindlichkeiten wie z.B. Kredite oder Hypotheken abgezogen.

Quellen

SOEP Welle 29; eigene Berechnungen

 

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