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Aktueller WSI-Report

Mangel an Fachkräften oder Zahlungsbereitschaft?

Eine Analyse von Daten des DIHK

Unternehmerverbände klagen über Fachkräftemangel: Dem DIHK zufolge sollen in Deutschland längerfristig 1,6 Millionen Stellen nicht besetzt werden können. Auf der Basis amtlicher Daten lässt sich jedoch zeigen, dass die Angaben des DIHK zur Verbreitung des Fachkräftemangels aufgrund einer fehlenden Gewichtung widersprüchlich und deutlich überhöht sind. Auch die Behauptung des DIHK, der Fachkräftemangel sei gerade in Branchen mit niedrigen Qualifikationsanforderungen verbreitet, trifft nicht zu: In Gastegwerbe, Sicherheitsdiensten etc. ist die Personalfluktuation hoch - das schlägt sich in einer hohen Zahl offener Stellen nieder, indiziert aber keinen Mangel an Fachkräften.

Datenanalysen und Fallstudien zeigen, dass die Klagen der Unternehmer über den Fachkräftemangel ein Ausdruck ihres Bestrebens sind, die Arbeitskosten niedrig zu halten. Ursächlich ist also kein Mangel an Fachkräften, sondern an Zahlungsbereitschaft. Die Arbeitskräfterekrutierung aus Drittstaaten sollte daher weiterhin auf die von der Arbeitsagentur nach einem etablierten Verfahren erstellte Positivliste von Mangelberufen beschränkt bleiben.


WSI Report 41, 08/2018 (pdf)
Report-Daten zum Download (xls)

Berechnungsgrundlagen und detaillierte Daten stehen auf Anfrage zur Verfügung.
Kontakt: Dr. Eric Seils email: eric-seils(at)boeckler.de Telefon: 0211 7778 591

 

Offene Stellen - Daten im Vergleich

Laut DIHK konnten im Herbst 2017 1,6 Millionen Stellen nicht besetzt werden, weil Fachkräfte fehlten. Dem IAB-Betriebspanel zufolge waren aber nur 983.500 Jobs vakant, plus 199.700 später zu besetzende Stellen.

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Fachkräftemangel und Anforderungsniveau

Probleme mit der Besetzung von Stellen werden dem DIHK zufolge besonders häufig von Unternehmen aus Wirtschaftszweigen beklagt, in denen der Anteil qualifizierter Tätigkeiten (Fachkräfte, Spezialisten, Experten) niedrig ist.

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Personalfluktuation und offene Stellen

Die Quote offener Stellen steigt mit der Personalfluktuation in einer Branche. Eine hohe Zahl offener Stellen in einer Branche ist daher nicht als „Fachkräftemangel“ zu interpretieren, sondern verweist in erster Linie auf eine hohe Personalfluktuation.

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Geschäftsrisiken Fachkräftemangel und Arbeitskosten

Je mehr die Unternehmen einer Branche steigende Arbeitskosten als Geschäftsrisiko ansehen, desto mehr benennen sie in der DIHK-Umfrage auch Fachkräftemangel als Geschäftsrisiko.

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Stundenlöhne Gastgewerbe Stundenlöhne Wachdienste Stundenlöhne Straßengüterverkehr Stundenlöhne Gesundheits- und Sozialwesen Stundenlöhne Gesamtwirtschaft

Bruttostundenverdienste 2012–2017

Leiharbeit, Gastgewerbe, Wachdienste, Straßengüterverkehr: Die Entwicklung der Stundenlöhne weist nicht auf einen Mangel an Fachkräften hin. Im Gesundheitswesen hingegen sind die Löhne für Fachkräfte etwas stärker gestiegen als die für An- und Ungelernte – was mit einem Engpass an qualifizierten Mitarbeitern zu erklären sein kann.

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