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Die Auswirkungen der Flüchtlingswelle des Jahres 2015 sind ein wichtiger Aspekt der verteilungspolitischen Debatte. Empirisch konnte dabei bislang allerdings nur auf SGB II-Daten („Hartz-IV-Statistik“) oder die Ergebnisse des letztjährigen Mikrozensus zurückgegriffen werden. Beide Quellen konnten allenfalls einen Bruchteil der sozialen Folgen abbilden. Versuche, diese Datenlücke mit Hilfe von Vorausberechnungen zu schließen, sind naturgemäß mit Unsicherheiten behaftet (Seils & Höhne 2017). Mit den jüngst erschienenen Daten des Statistischen Bundesamtes (Statistisches Bundesamt 2017) auf der Basis des Mikrozensus 2016 liegen erstmals amtliche Zahlen vor, die die unmittelbaren Konsequenzen der Einwanderung auf die Verbreitung von Armut in Deutschland adäquat abbilden können. In dieser Kurzauswertung werden einige zentrale Aspekte durch einen Vergleich der Armutsentwicklung unter der Bevölkerung mit und ohne Migrationshintergrund herausgearbeitet.

Die Armut ist 2016 leicht zurückgegangen –
aber nur unter der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund

Insgesamt stagniert die Armut in der Bundesrepublik weitgehend. Die Armutsquote für die Gesamtbevölkerung liegt aktuell bei 15,8 Prozent und damit minimal (0,1 Prozentpunkte) höher als im Vorjahr. Die Differenzierung nach dem Migrationsstatus offenbart aber gänzlich unterschiedliche Entwicklungen bei einzelnen Gruppen. Während die Armut bei den Personen ohne Migrationshintergrund von 12,5 im Jahre 2015 auf aktuell 12,1 Prozent (2016) gesunken ist, hat sie unter den Menschen mit Migrationshintergrund spiegelbildlich zugenommen (+ 0,4 Prozentpunkte) und ist 2016 auf 28,1 Prozent angewachsen. Das liegt vor allem daran, dass die jüngst Eingewanderten einen wachsenden Anteil an der Bevölkerung mit Migrationshintergrund in Deutschland ausmachen und in der Mehrheit unter der Armutsgrenze leben. Als Beispiele seien hier die aus Syrien und dem Irak nach Deutschland Eingewanderten genannt, die einen Großteil der Neuzuwanderer ausmachen: Ihre Armutsquote liegt aktuell bei 81,9 Prozent (Syrer) bzw. 70,2 Prozent (Iraker). mehr ...

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