Ausblick und methodische Anmerkungen

Für das Jahr 2017 geht das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung in seiner aktuellen Prognose von einer Fortsetzung des Aufschwunges aus (Herzog-Stein et al. 2017). Sollte die erwartete Entwicklung in diesem Jahr eintreten, wäre dies mit einem tendenziell weiter sinkenden Armutsrisiko einheimischer Kinder verbunden. Gleichzeitig ebbt der Effekt der Einwanderung des Jahres 2015 ab, weil die 17-Jährigen des Jahres 2016 dann 18 Jahre alt sein werden und somit aus der Statistik fallen. Wenngleich sich dieser Kohorteneffekt in den folgenden Jahren unweigerlich fortsetzt, wird die Kinderarmut aufgrund der weiterhin vorhandenen Zuwanderung im Vergleich zu der Situation vor der Einwanderungswelle (2011) mutmaßlich erhöht bleiben.

Diese Vorausberechnungen sind unweigerlich mit Unsicherheiten behaftet, die sich nicht zuletzt aus der chaotischen Situation des Jahres 2015 und ihren Folgen für die statistische Erfassung im Mikrozensus und anderen Statistiken ergeben. Eine Unterschätzung kann sich ergeben, wenn es 2016 gelungen ist, Neuein¬wanderer rasch in Privathaushalten unterzubringen. Eine Überschätzung ist dann möglich, wenn die Rückwanderung 2016 substantiell ins Gewicht fällt oder die Arbeitsmarktintegration erfolgreicher verläuft als angesetzt. Um angesichts dieser Schwierigkeiten einen Anhaltspunkt für die Qualität der Schätzung zu erhalten, haben wir das Verfahren mit einer Prognose der bereits bekannten Daten zur Kinderarmut im Jahre 2015 überprüft. Dabei ergab sich eine erfreulich geringfügige Unterschätzung der Kinderarmutsquote (19,6 Prozent statt der tatsächlichen 19,7 Prozent). Das Ergebnis resultiert aus einer Unterschätzung der Zahl der armen Kinder um gut 8.200 bei gleichzeitiger Überschätzung der Kinder in Privathaushalten (also des Nenners!) um knapp 56.000 Personen. Dennoch sind die Schätzungen mit Vorsicht zu interpretieren: So ergab die Anwendung des Verfahrens für die Schätzung der Armut unter Kinder mit eigener Migrationserfahrung deutlichere Abweichungen von den tatsächlichen Werten für 2015. Die Zahl der armen Kinder mit eigener Migrationserfahrung wurde darin um ca. 15.700 unterschätzt. Bei gleichzeitiger Unterschätzung der Gesamtzahl der Kinder mit eigener Wanderungserfahrung um 68.600 Personen ergab sich einer Überschätzung der Armutsquote in dieser Gruppe um 3,4 Prozentpunkte (52,3 statt der tatsächlichen 49,8 Prozent für 2015). Das folgende Fazit aus diesen Vorausberechnungen wird sich daher mehr an qualitativen Einsichten als an Nachkommastellen orientieren. zu den Implikationen ...

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