WSI-Mitteilungen Ausgabe 05/2016

Andreas Klärner, André Knabe

Soziale Netzwerke als Ressource für den Umgang mit Langzeitarbeitslosigkeit


Volltext (pdf)

WSI-Mitteilungen 5/2016, Seiten 353–364

Zusammenfassung

Dieser Beitrag befasst sich mit den Folgen des Übergangs vom fürsorgenden zum aktivierenden Wohlfahrtsstaat, der mit den Arbeitsmarktreformen der „Agenda 2010“ vorangetrieben wurde. Im Zuge dieser Reformen wurden insbesondere Langzeitarbeitslose selbst für ihre Lage verantwortlich gemacht. Die Forderungen nach Eigenverantwortlichkeit und (Selbst )Aktivierung erfordern von den Betroffenen kompensatorisches Handeln, das fehlende staatliche Unterstützung ausgleicht. In unserem Beitrag fragen wir, welche Rolle dabei soziale Netzwerke spielen können. Dafür analysieren wir 34 qualitative Interviews mit langzeitarbeitslosen Menschen aus Mecklenburg-Vorpommern. Im Rahmen der Interviews wurden Daten zu den sozialen Netzwerken der Befragten erhoben und deren Rolle bei der Bewältigung der Folgen von Langzeitarbeitslosigkeit untersucht. Im Ergebnis stellen wir fest, dass diese Netzwerke zwar wichtige Ressourcen sozialer Unterstützung bereitstellen, ihre Rolle aber auch nicht überschätzt werden darf, da für viele der von uns befragten Personen die Möglichkeit zur Nutzung dieser Ressourcen stark begrenzt ist und besonders effektive und verlässliche Unterstützung oftmals nur von institutionellen Helfern geleistet wird.

Abstract

This article deals with the consequences of the transition from the caring to the activating welfare state, as pursued through the labour market reforms of the “Agenda 2010”. In the course of these reforms, long-term unemployed persons, in particular, were made responsible for their situation. Meeting exigencies of individual responsibility and activation requires compensatory action on the part of those concerned in order to replace public support that is withdrawn. In our article we examine the role of social networks in providing such compensation. For this purpose, we analyse 34 qualitative interviews with long-term unemployed persons from Mecklenburg-Western Pomerania. In the course of these interviews, data about social networks the interviewees were involved in were collected, and the role of these networks for coping with the consequences of long-term unemployment was studied. We conclude that such networks, although providing important resources for social support, should nevertheless not be overestimated: The opportunity to use such resources is strongly limited for many of the persons interviewed, and effective and reliable support is in many cases only available from institutional supporters.

 


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