WSI-Mitteilungen Ausgabe 03/2016

Marc Amlinger, Reinhard Bispinck

Dezentralisierung der Tarifpolitik – Ergebnisse der WSI-Betriebsrätebefragung 2015


Volltext (pdf)

WSI-Mitteilungen 3/2016, Seiten 211–222

Zusammenfassung

Der Beitrag analysiert den Prozess der Dezentralisierung der Tarifpolitik anhand der Daten der WSI-Betriebsrätebefragung 2015. Danach ist die Bedeutung des Tarifvertrags als zentrales Regelungsinstrument für die Arbeits- und Einkommensbedingungen zurückgegangen. Im Jahr 2015 wurden noch 67 % der Betriebe mit Betriebsräten von Tarifverträgen erfasst, dies entspricht 82 % der Beschäftigten. Gegenüber 2005 ist die Tarifbindung um 5 Prozentpunkte zurückgegangen. Auch der Anteil der nicht tarifgebundenen Betriebe, die sich an den Tarifverträgen orientieren, ist rückläufig. Zugleich gibt es nach Angaben der Betriebsräte in jedem fünften Betrieb Abweichungen auf Basis tariflicher Öffnungs- und Differenzierungsklauseln. In weiteren 13 % der Betriebe berichten die Betriebsräte von Tarifabweichungen, die nicht durch solche Klauseln gedeckt sind. Je höher der gewerkschaftliche Organisationsgrad, desto geringer die Wahrscheinlichkeit unkontrollierter Abweichungen. Die Betriebsräte beurteilen die Verbetrieblichung überwiegend als zwiespältig bzw. generell problematisch.

Abstract

The article analyses the process of the decentralisation of collective bargaining based on data from the WSI works council survey 2015. According to this study, the importance of collective bargaining as the central control instrument for setting work and pay conditions has declined. In 2015, 67% of firms with works councils were covered by collective agreements, equivalent to 82% of the workforce. This shows that compared to 2005 collective bargaining coverage declined by 5 percentage points, while the proportion of businesses, which are not subject to a collective agreement but use it as an orientation for setting wages and working conditions, is also declining. At the same time, according to works councils, opening and differentiation clauses are being used in every fifth establishment to deviate from agreed standards. In another 13% of establishments work councils report deviations from collective agreements which are not covered by such clauses. The study shows that the higher the union density, the lower the probability of such uncontrolled deviations is. Overall, the works councils have predominantly conflicting views on the decentralisation of collective bargaining or judge it to be generally a problematic trend.


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